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Eltern alles aufdecken würde, wenn ich mich nicht unter ſeinen Willen beugte.
„Es ſchwindelte mir vor den Augen. Was ſollte ich antworten? Ich bat um Barmherzigkeit, um Aufſchub, um Gnade, um... um... um alles, was mein Ent⸗ ſetzen mir eingab. Aber kalt und barſch wies er meine Bitten ab.
„Sollte ich dem meiner Tante gegebenen Verſpre⸗ chen untreu werden? Sollte ich meine eigene Ehre ver⸗ rathen? Sollte ich über die einzige Freude meiner Eltern, ihren Glauben an mich, und nicht blos darüber, ſondern über ihr Leben den Stab brechen? Die Aufdeckung mei⸗ ner Schande wäre ihr Tod geweſen.
„Ich habe nie einen Menſchen ſo ſehr gehaßt, wie ich Kellner in dem Augenblick haßte, wo ich in die äußerſte Verzweiflung verſenkt, ihm meine Hand reichte, und verſprach, ſeine Gattin zu werden.
„Nachdem ich meine Einwilligung gegeben, erhielt er auch das Jawort meiner Eltern, und die Hochzeit wurde von ihm mit einem Eifer beſchleunigt, als fürchtete er, mich zu verlieren, was auch der Fall geweſen wäre, wenn ich nur Gelegenheit bekommen hätte, Theodor von dem zu unterrichten, was im Werke war.
„Aber Kellner bewachte mich auf allen Seiten, und in demſelben Maß, wie ich die Hoffnung verlor, ihm zu entgehen, verlor ich endlich auch den Muth.
„Mehr als einmal war ich nahe daran, ſelbſt mei⸗ nen Eltern alles zu entdecken, aber bei ihrem Anblick erſtarb das Wort auf meinen Lippen.
„Mein Hochzeitstag wurde auch der Begräbnißtag meines Herzens.—
„Kurz vor dieſem Act beſaß ich jedoch Kraft genug, um eine Handlung zu vollziehen, die ich noch jetzt billige. Daß Kellner nicht aus Liebe freite, war nicht ſchwer einzuſehen, und mein Kopf beſchäftigte ſich beſtändig da⸗ mit, die Beweggründe ſeiner ſonderbaren Handlungsweiſe


