Teil eines Werkes 
1. bis 4. Bändchen (1852)
Entstehung
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gen, ihm dafür zu danken; ich trat aus meinem Verſtecke hervor.

„Er ahnte nicht, wie es um mich ſtand und ich ſchämte mich, davon zu ſprechen. Dagegen erzählte er mir, ſeine Eltern hätten den Wunſch gegen ihn geäußert, daß er eine Reiſe in's Ausland unternehmen ſolle; er aber habe das Vaterland nicht verlaſſen wollen, ohne mich davon zu benachrichtigen. Für ihn war die Welt noch ſo freundlich und ſchön. Er ſprach mit ſolcher Zuverſicht von unſerer Zukunft, mit ſolchem Vertrauen von unſerer Liebe.

„Ich hätte ſchlechterdings nicht das Herz gehabt, ſeinen Muth und ſeine Freuden durch die geringſte An⸗ deutung auf einen Kummer niederzuſchlagen. Ohne daß eine Thräne in mein Auge trat, ohne daß ein Seufzer meine Bruſt hob, drückte ich ſeine Hand, als wir uns trennten.

„Endlich erkrankte ich. Ich war dem Tode nahe. Sieben bis acht Wochen hatte ich gar kein Bewußtſein. Als ich wieder zu Kräften und zu Verſtand zu kommen anfing, fand ich einen Arzt an meinem Bette. Aus dem unklaren, fieberhaften Traum, der meine Sinne umgab, tauchten gleichwohl endlich die Verhältniſſe der Wirklich⸗ keit hervor. Ich ſtarrte um mich her und fragte nach meiner Tante.

„Des Arztes mitleidige Miene erſchreckte mich.

„Ich bat ihn zu ſprechen, und da er fürchtete, die Ungewißheit würde bei meiner Schwäche und dem Ueber⸗ reiz der Nerven noch mehr ſchaden, ſo erzählte er mir:

„Er habe aus meiner Krankheit ſchließen können, daß ich einem Kind das Leben gegeben; aber dieſes ſei ſchon vor ſeiner Ankunft weggebracht worden und er könne mir keine weiteren Aufſchlüſſe darüber ertheilen; meine Taute habe, vermuthlich aus Zerknirſchung und Kummer, einen Schlag bekommen und ſei ſo ſchnell geſtorben, daß eine ärztliche Hülfe nicht mehr möglich geweſen ſei.