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täubte meinen Verſtand. Ich raiſonirte nicht, ich fühlte blos. Ich ſah Theodor vom Tode und mich vor einer Entdeckung gerettet... und ich vergaß alles vor grenzen⸗ loſer Seligkeit.
„In zwei jungen Herzen brannte daſſelbe Feuer; in zwei reinen Seelen glühte derſelbe Gedanke. Die ganze Welt hätte einſtürzen können, wir würden nichts davon vernommen haben. Wir hörten nicht einmal, wie unſere Herzen vor Unruhe püchten; wir erſearde in Liebe, Veu an Weuſt... 4... 4
Gabriele hatte ohne Unterbrechung ihre Erzählung fortgeſetzt, aber hier verſtummte ſie und ſchlug ihre Augen
nieder. Sie wagte es nicht, ihrem Zuhörer ins Geſicht
zu blicken. In der Seele des reuevollen Menſchen iſt das Blut eines ächten Religionslehrers der Wiederſchein der Worſehung.
Der Pfarrer, der ihr mit theilnehmender Aufmerk⸗ ſamkeit gefolgt war, verſtand die Urſache ihres Schwei⸗ gens und ergriff tröſtend ihre Hand.
Der ſanfte und aufmunternde Händedruck ſprach auch beſſer, als alle Worte, zu ihrem zerknirſchten Herzen.
Gabriele ſchlug ihre Augen wieder auf. Eine Thräne glänzte in ihren Wimpern.
„Meine Verzweiflung, als ich wieder zu Verſtand
kam, war entſetzlich. Ich erlitt alle Qualen, die ein fühlendes und in ſeinem tiefen Innern tugendhaftes Herz erleiden kann. Jetzt erſt ging mir ein Licht auf, das
mein ganzes, bisher zurückgelegtes Leben erleuchtete; ich
begann die Oberfläche deſſelben einzuſehen. Aber je mehr ich mich erforſchte, um ſo mehr dunkelte es vor meinem Blick.
„Da es mir an einer Freundin fehlte, der ich mich mittheilen konnte, verſchloß ich mich immer mehr in mich
ſelbſt, und da beſchäftigte ich mich blos mit einem einzi⸗ gen Gedanken, einem einzigen Augenblick, dem des Ver⸗


