—ſͤ
213
war bereits ſo nahe, und es war für Theodor unmöglich, zu entfliehen.
„Ich ſprang bleich und erſchrocken vom Sofa auf. Das Blut war in meinen Adern gleichſam erſtarrt. Was ſollte ich thun?
„Die Thüre öffnete ſich und meine Tante ſtand vor mir. Sie war durch das Getöſe auf der Straße geweckt worden und kam, um mir ihre Befürchtungen mitzutheilen.
„Ich antwortete nicht. Die Angſt hatte mich, ich kann wohl ſagen, in eine Marmorſäule verwandelt.
„Was iſt Dir?“ fragte ſie.„Der Lärm auf der Straße hat auch Dich erſchreckt. Du biſt mehr todt, als lebendig.
„Ich wunderte mich, daß ſie mir wegen Theodors Anweſenheit keine Vorwürfe machte; aber als ich mich endlich umſchaute, war Theodor nicht mehr zu ſehen.
„Er hatte ſich in meinen Alkoven verſteckt und die
raperien um denſelben wieder zugezogen.
„Ich athmete; aber meine Tante, deren Furcht beim Anblick der meinigen verſchwand, bemerkte jetzt da Blut unf dem Boden und an dem Handtuch, das ich benützt hatte.
„Ein neues Eutſetzen ergriff mich... es fehlte mir an Worten, um etwas zu erwiedern, aber ſie half mir ſelbſt aus meiner Verlegenheit.
„Du biſt ſehr krank,“ ſagte ſie,„Du haſt aus der Naſe geblutet, der Lärm hat...
„Ich umfaßte mit Begierde ihre Vermuthung und allmählig beruhigten wir uns beide.
„Ich folgte meiner Tante auf ihr Zimmer, damit Theodor Zeit hätte, ſich zu entfernen. Aber als ich zu⸗ rückkam und den Vorhang an meinem Alkoven aufzog, fand ich ihn auf den Knieen an meinem Bett, das Ge⸗ ſicht in ſeine Hände verborgen.
„In dieſem Augenblick hätte ich ſtark ſein müſſen; aber der aufgeregte Zuſtand, worin ich mich befand, be⸗


