Teil eines Werkes 
1. bis 4. Bändchen (1852)
Entstehung
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„Als ich mich vorbeugte, um beim Laternenſchein die Gegenſtände womöglich näher unterſcheiden zu können, erkannte ich bald Theodor.

„In dieſem Augenblick waren die Verfolger dicht bei dem Fliehenden, und ich ſah bereits, wie ein Knittel über ſeinem Kopf erhoben wurde; aber auf einmal drehte er ſich um, ergriff den Knittel und riß ihn ſeinem Ver⸗ folger aus der Hand.

„Theodor war vorher ganz unbewaffnet geweſen.

Mit erhobenem Stock ſprang er die äußere Treppe des Hauſes hinauf, wo ich wohnte. Ich hörte Geſchrei und Drohungen, Flüche, das Krachen der Hiebe, und obſchon ich ſah, wie Theodor den einen und den andern zu Boden warf, ſo vermehrte ſich doch die Zahl der An⸗ greifenden beſtändig.

„Was ich empfand, können Sie ſich leicht denken, Herr Pfarrer. In meiner aufgejagten Fantaſie ſah ich ihn blutend, ſterbend, und vom Schreck getrieben eilte ich hinab. Theodor wankte auch bereits, als ich die, Thüre hinter ihm öffnete und ihn hereinzog, worauf die Erbitterung des aufgebrachten Volks ſich allmählig legte,

und die wieder verſchloſſene Thüre allen Verſuchen, ſie

zu erbrechen, Trotz bot.

„Meine Freude war namenlos, als ich Theodor ge⸗

rettet in meinem Zimmer ſah. Er war matt, ſchwach und übel zugerichtet. Das Blut rann von ſeinem Ge⸗

ſichte. Unter Freudenthränen wuſch ich ſeine offenen

Wunden und verband ſie, ſo gut ich es verſtand. Er war von herzlicher Dankbarkeit bewegt. Welche Stunden unendlicher Seligkeit! Die Arbeit war vollendet und wir ſaßen auf meinem kleinen Sofa. Wir ſprachen nicht... Meine Seele löſte ſich in ſeinem klaren, warmen Auge auf. Er ſchlang ſeinen Arm um meinen Leib, und von unſrer Liebe hingeriſſen, vergaßen wir die ganze Welt. „Inzwiſchen ließen ſich jetzt Tritte vernehmen. Wer konnte noch ſo ſpät mich beſuchen? Die kommende Perſon