Teil eines Werkes 
1. bis 4. Bändchen (1852)
Entstehung
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Muſik waren überdies gleichſam beſtändig neuer Breun⸗ ſtoff in meine Leidenſchaft. Ich hatte ein Gefühl, wie wenn ich mich an meiner Tante rächen wollte.

„Als die Zeit zum Souper herannahte, wünſchte ich nicht mehr im Saal zu bleiben, weil ich den Meinigen den Aerger bereiten wollte, mich ſuchen zu laſſen und nicht zu finden. Ich vertraute meinen Einfall Theodor an, und er billigte ihn.

„Nach einer Weile ſaß ich auch in ſeinem Wagen und an ſeiner Seite auf dem Weg nach der Wohnung meiner Tante. Dort angekommen, bat er um Erlaubniß, mich hinaufzubegleiten und das Zimmer zu ſehen, das ich bewohnte, und ich konnte ihm das nicht verweigern. Erröthend führte ich ihn hinein.

„Mit glühender Zärtlichkeit betrachtete er mein Stüb⸗ chen. Es war auch recht nett... meine Tante hatte nichts verſäuumt, um es ſo angenehm wie möglich zu ma⸗ chen. Er bewunderte Alles... er ſah meine kleinen Ar⸗ beiten an... er küßte meinen Strickrahmen... endlich verließ er mich, während ein Seufzer ſeine Bruſt hob.

„Von dieſem Augenblick an war das Verhältniß zwiſchen meiner Tante und mir ein geſpanntes. Sie wurde ſchweigſam und ich gleichfalls.

„An einem trüben Herbſtabend, als ich ihr bereits gute Nacht geſagt und die Leute im Hotel ſich gelegt hatten, ſaß ich allein an meinem Feuſter und ſtarrte auf die Straße hinaus, die von einer in meiner Nähe be⸗ findlichen Laterne beleuchtet wurde.

„Meine Fantaſiten und Gedanken hatten nur einen einzigen Gegenſtand, um den ſie ſich gerne drehten: dieß war Theodor.

„Auch jetzt beſchäftigte ich mich mit ihm, als ich ein Gemurmel von der Straße her hörte.

„Ich blickte hinaus und ſah eine Menge Leute, die mit drohendem Geſchrei einen einſamen Mann verfolgten, der entfliehen zu wollen ſchien.