45⁵
ihn ſelbſt, ſo wie er ſich in dieſem Augenblick zeigt, wie ganz anders geſtaltet ſich nicht da der Eindruck!
Nachdem er in das kleine Zimmer gekommen war, hatte Kellner ſich auf den perlfarbigen Sopha geworfen, ohne daß er nur daran dachte, ſich ein Kiſſen unter den Kopf zu ſuchen..
Wie Brandt, verbarg auch er ſein Geſicht in beiden Händen.
Kreuzende Gedanken flogen wie Blitze durch ſeinen Kopf. Drohende und ſchmerzliche Vorſtellungen löſten einander wimmelnd ab. Wohin er blickte, trat ihm nur ein Chaos von Finſterniß entgegen. Vergebens verſuchte er ſeine Gedanken zu etwas Ganzem zu concentriren. Es kam ihm vor, als wäre ſeine Denkkraft in Bruch⸗ ſtücke zerfallen, als wären alle ſeine Hoffnungen und Pläne auf einmal in ſeiner Seele eingeſtürzt.
Stunden vergingen, ohne daß er ſeine Haltung ver⸗ änderte.
Endlich ſprang er vom Sopha auf, und die Hände ſanken von ſeinem Geſicht Aber obſchon er ſich in ſeinen beſten Mannesjahren befand und im Allgemeinen eine kräftige, friſche Natur beſaß, ſo erſchien er doch in dieſem Augenblick ſo alt, als hätten achtzig Jahre ihm ihren lähmenden Stempel aufgedrückt.
Seine wimmelnden, unklaren Gedanken hatten ſich allmälig um drei gruppirt, aber dieſe drei waren jeder ein Blitz, der ihn in ſeinem Innerſten zermalmte.
„Das geheime Hauptbuch des Contors iſt fort... in weſſen Händen iſt es... das Publikum wird bald meine Geſchäftsgeheimniſſe erfahren.
„Die Kaſſen ſind erbrochen... es gibt ein menſch⸗ liches Ange, das in ſie hinabgeblickt und ſie... leer geſehen hat. Auf der Börſe wird man es bald er⸗ fahren.
„nnd dann dieſe Briefe und Aufzeichnungen... dieſe Papierbündel... die Antecedentien meiner Fa⸗


