allein zu ſein wünſchte oder Urſache hatte, zu ſagen, daß er ausgegangen ſei.
Als Brandt bei ſeinem Schweigen beharrte, nahm Kellner ſeine Zuflucht in dieſes Stübchen.
Die Diebe waren nicht hieher gedrungen; aber es hätte ſich auch kaum der Mühe verlohnt, ſo einfach war dieſes Zimmer. An der einen Wand ſtand ein perlfar⸗ biger Sopha, alt und unmodern, aber gleichwohl bequem und behaglich. Eine Strecke davon befand ſich ein Pult
mit ſeinem Dreifuß, und daneben eine kleine hölzerne Kaſſenkiſte, mit feſten Eiſenbändern eingefaßt Am Fenſter ſah man einen Spiegeltiſch, und der Luxus von Toiletten⸗ ſtücken, womit er prangte, machte ihn zur größten, um nicht zu ſagen, einzigen Zierrath des Zimmers.
Keiner vom ganzen Großhändlercorps der Haupt⸗ ſtadt hatte im Verlauf einiger weniger Jahre ſo große Thätigkeit und Kraft entwickelt, wie Kellner; aber wenn man zuweilen mit unparteiiſchem Kennerblick die Art beobachtete, wie er Geſchäfte machte, ſo lag darin weniger logiſche Berechnung, als vielmehr ein überraſchendes Talent, immer neue Hilfsquellen zu entdecken. Die Ge⸗ ſchäfte bildeten nicht eine Reihenfolge, worin die eine Quantität das nothwendige Ergebniß einer vorhergehen⸗ den war, ſondern ſie beſtanden aus vereinzelten Problemen, die man arithmetiſche Wagniſſe nennen könnte.
Er ſelbſt war ein lebhafter, ſeelenvoller, ſtarker Geiſt, aber voll von Exaltation und Selbſttäuſchungen. Je mehr er ſein Geſchäft erweiterte, um ſo mehr wuchs auch ſeine Hoffnung und ſein zuverſichtlicher Glaube an ſein Glück, obſchon er ſehr häufig einen neuen Handel nur abſchloß, um ſich aus einer mißlungenen Speculation zu helfen.
Kellner hatte mit den meiſten Schweden den Fehler gemein, ſeine Blicke immer nur vorwärts, aber ſelten oder nie rückwärts zu richten. War eine Schwierigkeit umgangen, ſo war ſie für ihn nicht mehr vorhanden.
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