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In der großen und wichtigen Kunſt, niemals rathlos zu ſein, hatte er wenig Seinesgleichen. Die Mittel wur⸗ den allerdings nicht immer auf der Goldwage gewogen... aber gleichviel, wenn ſie nur zum Ziel führten, eine Ge⸗ fahr abwandten oder ein Aufſehen erregten, das ſeiner Eitelkeit ſchmeichelte.— Er wußte gar zu gut, daß die große Menge im Allgemeinen mehr auf den Effekt, als auf die Motive ſieht.
Sein beſtändig zunehmender Ehrgeiz ſättigte ſich alſo mit Erfolgen, die er auf einem Felde gewonnen, wenn er auch die Feſtungen hinter ſich nicht eingenommen oder nur durch eine Kriegsliſt umgangen hatte; und ſo drang er unaufhörlich vorwärts, ohne ſeine eigene Stel⸗ lung zu überlegen, indem er ſich nur an den neuen Triumphen erfreute, die jeder Tag ihm ſchenkte.
Obſchon Kellnet ſelbſt in den mittleren Jahren ſtand, ſo hatte er doch ſeinen Vater noch. Während ſeiner Be⸗ rufsthätigkeit hatte der Alte den Grund zu einem der achtungswertheſten, wenn auch nicht größten Handelshäuſer in Stockholm gelegt. Ordnungsliebe und Pünktlichkeit in den Geſchäften, ſtrenge Redlichkeit und Rechtſchaffenheit in ſeinem öffentlichen Benehmen, Ernſt und kluge Be⸗ rechnung in Allem, was er unternahm, dabei ſehr aus⸗ gedehnte Familien⸗ und Freundſchaftsverbindungen, er⸗ warben und erhielten ihm die allgemeine Achtung, eine Achtung, die an Verehrung grenzte.
Einen größeren, einen koloſſalen Reichthum ſammelte er indeß nicht. Als er ſich endlich, müde von Jahren und Anſtrengungen, aus dem Geſchäftsleben zurückzog, war ſein Vermögen nicht größer, als erforderlich war, um ihm ein nach ſeinen Gewohnheiten und Anſprüchen comfortables Leben zu ſichern.
„Ich bin reich, weit mehr als reich, ich bin glück⸗ lich,“ pflegte der Alte mitunter zu ſagen,„denn ich habe einen Sohn, welcher vollenden wird, was ich angefangen habe. Es iſt wahr, ich habe den größten Theil meiner


