Teil eines Werkes 
1. bis 4. Bändchen (1852)
Entstehung
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Brandt antwortete auf dieſelbe Weiſe: er nickte zu⸗ erſt, dann lächelte er, und die böſen Zungen verſtummten, wie wenn man ſie aufs Handgreiflichſte zurechtgewie⸗ ſen hätte..

Beſuchte man ihn im Contor, wenn Kellner fort war, ſo ſtand er gewöhnlich auf und ſtützte ſich mit der Hand auf die Geldkiſte, ſo lange der Fremde ſeine An⸗ gelegenheit vortrug. 7

In ſolchen Fällen handelte er eben ſo unbeſchränkt, wie der Principal.

Nie hatte man eine zweideutige Runzel auf ſeiner Stirne, nie einen trüben Blick in ſeinen Augen, nie einen Kummer in ſeinem Geſichte geſehen.

Ganz anders verhielt es ſich jedoch jetzt.

So bald Kellner den Einbruch entdeckt, hatte er nach ſeinem Freunde geſchickt, und als dieſer ankam und die erbrochenen Geldkiſten ſah, da erblaßten ſeine ſonſt ſo friſchen Wangen und die ſonſt ſo feſten Beine wankten, gleich als wäre er von einem entſetzlichen Schickſalsſchlag getroffen worden.

„Du ſiehſt, was vorgefallen iſt,“ ſagte Kellner,„hier muß ein raſcher Entſchluß gefaßt werden.“

Aber Brandt antwortete nicht, ſondern ſank auf ſeinen Platz am Pulte nieder und verbarg ſein Geſicht in ſeine Hände.

Kellner hatte bis jetzt einen ziemlich guten Muth beibehalten; aber als er den Schrecken ſeines Freundes ſah, da entſank auch ihm das Herz.

Am obern Ende des Caſſacontors befand ſich ein grüner Vorhang, hinter welchem einige Kleidungsſtücke hingen, damit man ſie zur Börſenſtunde und dergleichen ſogleich bei der Hand hatte.

Aber was nur einige wenige Eingeweihte wußten, das war der Umſtand, daß die Kleider eine Thüre bedeckten, die in ein kleines Zimmer führte, ein friedliches Sansſouci für Kellner, wohin er ſeine Zuflucht nahm, ſo oft er