Teil eines Werkes 
1. bis 4. Bändchen (1852)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

Drittes Kapitel. Das Contor.

Die Firma Kellner und Compagnie dürfte vielleicht mehreren unſrer Leſer unbekannt ſein, aber nichts deſto⸗ weniger iſt ſie ſo gut wie jede andere.

Die Geſchäfte von Kellner und Comp. waren weit verzweigt; in der alten und in der neuen Welt gab es kaum ein namhaftes Hauptdepot für Handel und Induſtrie, womit dieſes Haus nicht im Verkehr geſtanden hätte.

Als Beweiſe für die Bedeutung der Firma können wir anführen, daß ſie mit Neuorleans Geſchäfte in Baumwolle und Tabak machte, mit New⸗York nur in Tabak, mitChar⸗ lestown in Reis, mit Fernambuc auch in Baumwolle, mit Bahia in Kaffee und Zucker, mit Rio Janeiro in Zucker, mit Buenos Ayres in Fellen, mit Marſeille in Häringen, mit Cette, Bordeaux und Oporto in Weinen, mit Paris und London in Tuch und Seide, mit Petersburg in Talg und Hanf, mit St. Ybes, Terra Vecchia und Trapani in Salz, mit Liſſabon und Meſſina in Früchten u. ſ. w.

Als ein ſprechendes Zeugniß für die Betriebſamkeit und Umſicht der Firma köunen wir wohl erwähnen, daß ſie mit einem der ausgezeichnetſten Handelshäuſer in London einen beſondern Vertrag hatte, kraft deſſen ſie mit den beſten Portweinen verſehen wurde, weil, wie man weiß, England das Monopol auf dieſen Wein hat.

Aber Kellner und Comp. importirte nicht blos; das Haus exportirte auch.

Es verſchickte Eiſen nicht aͤllein nach Boſton, New⸗ York und Charlestown, dieſen vornehmſten Abſatzplätzen, die unſer ſchwediſches Eiſen auf amerikaniſchem Gebiete hat, ſondern auch nach London, Bremen und Lübeck.

————O