„Sie ſind bitter. Ach, Gräfin... Sie haben ſich ſehr verändert.“
„Die Zeit verändert Alles; unter Anderem bin ich auch keine Gräfin mehr; ich theile den Rang meines Mannes, und dieſer iſt der einzige, der mir zukommt... Alſo, Herr Graf... blos Frau...“
„Sie machen mir Vorwürfe, daß ich auf Reiſen ging; aber was konnte ich denn anders thun? Meine Familienverhältniſſe zwangen mich dazu.“
„Es mag ſein, wir wollen auch nicht davon ſprechen.“
„Und doch machen Sie mie Vorwürfe, das iſt granſam. Was habe nicht ich dagegen Ihnen vorzu⸗ werfen?.. Während meiner Abweſenheit vergeſſen Sie mich und knüpfen ein Band, das uns ewig trennt. Das iſt nicht die Art, Madame, wie man ſeine Verſprechun⸗ gen und Schwüre halten muß.“
„Ich erlaube Ihnen, von mir zu glauben, was Sie wollen, Herr Graf, weil Sie die entſetzliche Art nicht kennen, wie ich gezwungen worden bin... O mein Gott... daß Sie es ſind, der mich daran erin⸗ nern muß!“
„Sprechen Sie, ums Himmels willen, ſprechen Sie! Man hat Sie gezwungen, ſagen Sie. Wer hat das thun können? Ihre Eltern lieben Sie... beten Sie an... und ich bin überzeugt, daß ſie niemals Etwas von Ihnen verlangt haben, was Sie, Madame, nicht ſelbſt wollten.“
„Sie lieben mich, ach ja, das iſt wahr, und wie innig vergelte ich Ihnen nicht dieſe Liebe! Nie haben ſich Eltern ſo unbedingt einer Tochter hingegeben, als die meinigen es thaten!, und nie hat ſich eine Tochter inniger mit denjenigen verbunden gefühlt, die ihr das Leben ſchenkten, als ich es that.“
„Und Sie ſagten gleichwohl, Sie ſeien zu Ihrer Ehe gezwungen worden.“
„Da Sie es durchaus wiſſen wollen, nun wohl, ſo


