Teil eines Werkes 
1. bis 4. Bändchen (1852)
Entstehung
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immer näher, und im nächſten Augenblick eilte ein wohl⸗ gekleideter Mann an ihnen vorbei, mit einer kleinen La⸗ terne in der Hand, bei deren ſchnell verſchwindendem, matten Schein ſie inzwiſchen ſeine Geſichtszüge nicht zu erkennen vermochten.

Sie hofften, er würde ſich in eines der Zimmer be⸗ geben, die auf Seiten des Corridors lagen, und ſie täuſchten ſich auch nicht.

Der Unbekannte verweilte bei einer Thüre, ſchief

gegenüber dem Winkel, wo der Löwe und der Fuchs ſtanden; er öffnete ſie jedoch nicht, ſondern gab ſeine Anweſenheit nur durch ein Klopfen zu erkennen, das ſo leiſe und vorſichtig war, daß man ſich über ſeine geheim⸗ nißvolle Bedeutung nicht täuſchen konnte.

In dieſem Augenblick wurde eine Thüre geöffnet, aber auch dies geſchah ſo langſam und behutſam, daß unſre nächtlichen Abenteurer dadurch nur um ſo mehr in ihrer bereits gefaßten Vermuthung beſtärkt wurden, daß hier Etwas vorgehe, wobei man keinen Zeugen wünſche.

Beim Lichtſchein, der durch die Thüre herausſtrömte, zeigte ſich eine Dame, die allerdings weder jung noch ſchön war, aber deßungeachtet etwas ſehr Einnehmendes hatte, jenes Gepräge von Herzlichkeit und Güte, wodurch das Weib immer liebenswürdig erſcheint, wenn auch die Formen nicht vollkommen regelmäßig ſind. Die Augen waren nicht ſowohl prächtig, als vielmehr von einer höchſt anziehenden Milde beſeelt, die überdies im gegebenen Augenblick eine ungekünſtelte und natürliche Verlegenheit

andentete. Sie trug ein hübſches, zierliches Oberkleid, 1

ein einfaches Negligé, und erſchien ohne alle Präten⸗ tionen.

Der Fuchs zwinkerte mit den Augen. Eine unklare Sehnſucht regte ſich in der Bruſt des Löwen.

Ich habe Ihnen ein Rendezvous verſprochen, Herr Graf, ſagte die Dame, indem ſie fortwährend in der

Thüre ſtehen blieb,weil ich ein Bedürfniß empfinde, mit