glänzte von Entſchloſſenheit. Die friſchen, blühenden Wan⸗ gen zeugten von Geſundheit und Jugend, oder von der geſteigerten Lebhaftigkeit, die juſt jetzt ihre Gedanken, vielleicht auch ihre Gefühle erfüllte. Die Lippen waren purpurroth, ſchwellend von Wolluſt. Im äußern Zimmer hatte ſie ihren Mantel abgeworfen, und ſtand jetzt ſchlank und geſchmeidig in reizender Ungezwungenheit da. Der Hut bedeckte noch ihren Kopf und ein zurückgeworfener weißer Schleier umgab ihn wie eine leichte Draperie. Auf der linken Seite ſchwankte eine einſame, dunkelrothe Roſe mitten in einem Knoten von Bändern, deren Enden flatterten. Der Rand einer weißen Spitzenhaube umgab das Geſicht, wie ein zierliches Rähmchen innen im Hute und war nur abwärts durch einige hellbraune Ringel⸗ locken verdeckt.
Das Mädchen, das wir hier mit einigen raſchen Federzügen zu zeichnen verſucht haben, iſt keine erdichtete Perſon, ſo wenig als es der Löwe iſt. Beide ſind in den Verbrecherannalen der Hauptſtadt wohl bekannt, und wenn der eine und andere von unſern Leſern den Letz⸗ tern unter dem Namen, womit wir ihn aufgerufen haben, wieder erkennt, ſo werden vermuthlich noch Mehrere das Mädchen wiedererkennen, wenn wir ſie jetzt unter ihrem allgemein bekannten Titel als Königin der wilden Jagd einführen.
Als der Löwe ihrer Aufforderung nicht ſogleich nach⸗ kam, legten ſich ihre feingezeichneten Brauen in eine Run⸗ zel, die Mißvergnügen ausdrückte.
„Nun?“ wiederholte ſie.
Das Geſicht des Löwen erheiterte ſich jetzt, und er zögerte nicht mehr lange, ihrem Wunſche zu willfahren.
Ohne ein Wort zu ſagen, nahm der Alte ſodann ſeinen Platz beim Bierkrug wieder ein; aber als er jetzt
an dem Mädchen vorbeikam, drückte er haſtig ihre Hand,


