Teil eines Werkes 
1. bis 4. Bändchen (1852)
Entstehung
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Dadurch, daß ſie ſich der Möglichkeit bloßſtellen, als Partei oder Zeugen auftreten zu müſſen, würden ſie ihr ganzes Gewerbe, ihre ganze Stellung als Mittelpunkt des moraliſchen Verderbens, mit deſſen Beſtand und Zu⸗ nahme ſie Wucher treiben, aufs Spiel ſetzen.

Ein altes Sprichwort ſagt:Je ſpäter am Abend, je ſchönere Leute. Dieſes Sprichwort kann ſowohl in einer edlen als auch in einer ſchlimmen Bedeutung ge⸗ nommen werden. Es galt auch für die Wirthin von London.

Die eigentliche Tagsarbeit begann für ſie erſt mit der Dämmerung, wenn ſie die Lichter anzündete und die zinnoberfarbigen Fenſtervorhänge ihren wahren Schimmer erhielten. 8

Im Anfang geht Alles ganz ordentlich von ſtatten, und wir können ſogar ſagen, daß ſelbſt die Unordnung im Allgemeinen hier ein ganz ordentliches Ausſehen habe.

Man trinkt ſeine Taſſe Kaffee, ſeinen Thee, ſeinen Grog, ſein Gläschen Rum. Man ſchwatzt und befindet ſich recht heimlich; Alles ſieht ganz unſchuldig aus. Da und dort ſieht man zwar ein Geſicht, das nachdenklich dreinſchaut und mitunter geheimnißvolle Blicke um ſich wirft. Das bedeutet Vorſicht oder Neugierde.

Aber je mehr die Anzahl und Fröhlichkeit der Ze⸗ cher zunimmt, um ſo mehr ſteigert ſich auch die Lebhaf⸗ tigkeit und das Intereſſe der Wirthin.

Bald hört man von einem andern Zimmer her das Getöne eines Walzers oder einer Polka und allmälig verläßt man die Gläſer und begibt ſich, von der Muſik verlockt, in den Tanzſaal.

Die Violine wird mit Geiſterkraft von dem blinden Sunt oder irgend einem andern blinden Virtuoſen ge⸗ pielt.. Mädchen von ſchmachtender Schönheit kommen, der Himmel weiß woher... aber ihre Anzahl mehrt ſich, wie auch die Zahl der Cavaliere.