Jetzt erhob ſich der Stier langſam, und aus der Bewegung ſeiner Lippen erſah man, daß er von Neuem Etwas vor ſich hinbrummte.
Er war ein grobgliederiger, unterſetzter Burſche, mit einem breiten, derben Geſichte. Sein Haar war weißgrau und ſtand wie Borſten auf dem Kopf umher. Er hatte nur ein einziges Auge.
„Willſt Du auch mit den Hörnern ſtoßen?“ fragte der Löwe herausfordernd.
Der Stier antwortete Nichts, aber man ſah an ſei⸗ nen Hoſentaſchen, daß er die Fäuſte darin ballte.
„Wir haben uns noch nie mit einander gemeſſen,“ murmelte er jedoch endlich;„es könnte wohl einmal an⸗ genehm ſein...“
„Mit Dir verſpreche ich mir wenig Angenehmes,“ fiel der Löwe ein, indem er ſeine ſtolze Stirne noch höher aufrichtete.„Wenn Dir übrigens nicht der leibhaftige Teufel ſelber hilft, ſo werde ich Dir Dein anderes Guck⸗ loch auch noch zumauern.“.
„Du willſt den Herrn im Hauſe ſpielen.“
„Unter euch... allerdings... Wenn ich mich mit Euch vergleiche, ſo fühle ich wahrhaftig, daß ich zum Herrn, zum Herrſcher geboren bin.“
„Du geberdeſt Dich gar zu vornehm... Wir brau⸗ chen das nicht zu dulden.“
Der Löwe lachte.
„Du haſt mich angeklagt, daß ich Euch verrathen wolle.“
Der Löwe fuhr fort zu lachen.——
„Du haſt nicht mit mir trinken wollen... Du lachſt mich aus.“
„Ich lache... allerdings... was könnte ich auch anders thun, wenn ich Dich anſehe? Du ſchauſt ſo jäm⸗ merlich drein.“)
Dieſer Spott trieb den Stier immer ſtärker in die Wuth. Die Haare ſtanden ihm empor wie bei einem


