Teil eines Werkes 
1. bis 4. Bändchen (1852)
Entstehung
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KV XG¼nõ 8

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Aber in demſelben Augenblick, wo der Fuchs ſein Glas ergriff und mit Begierde an den Mund führte, ſchob der Löwe das ſeinige von ſich. ¹ 1

Ich habe mich anders beſonnen, ſagte er;ich trinke jetzt nicht.

Nicht?... ei was... das eine Gute ſchließt das andere nicht aus.

Und der Fuchs ergriff das Glas des Löwen; aber ehe er es an ſeinen Mund führen konnte, ſchlug der Löwe es ihm aus der Hand, ſo daß es auf dem Boden in Splitter zerfiel.

Im Zimmer befand ſich noch eine vierte Perſon. Es war ein alter Mann mit beinahe ſilberweißen Haaren. In ſeinem offenen und ſchönen, aber von den Jahren gebleichten Geſichte drückte ſich Genügſamkeit und Ehr⸗ lichkeit, Frömmigkeit und Güte aus.

Nur ein einziger Zug in dieſem ſonſt ſo heitern und freundlichen Geſichte war räthſelhaft und dunkel: die Li⸗ nie der Augenbrauen.

Zwiſchen den hervorſtehenden und beſtändig in Run⸗ zeln zuſammengezogenen Wulſten, welche die Augenbrauen bildeten, lag eine Wolke; Niemand wußte, was ſie be⸗ deutete, auch machte ſich Niemand die Mühe, eine Erklä⸗ rung dafür zu ſuchen.

Er trug einen abgenutzten grauen Rock, der bis unter das Kinn zugeknöpft war.

Das ſchneeweiße Haar fiel in Locken auf den Rock⸗ kragen herab.

Der Alte ſaß an einem einſamen Tiſch auf der an⸗ dern Seite des Zimmers und nippte mit Wohlbehagen aus einer Bierkanne.

In dem Augenblick, wo der Löwe dem Fuchs das Glas aus der Hand ſchlug, ſtürzte dieſer von ſeinem Platz auf und faßte den Löwen bei der Schulter; der Löwe aber ſchleuderte ihn ſo leicht, wie einen Handſchuh von ſich, ſo daß er rücklings zu Boden fiel.