89 ten Vernunft, erweist der Nationalkonvent Frank⸗ reichs oͤffentlich ſeine Huldigung.
Dieſe gottloſe und laͤcherliche Mummerel wurde einigermaßen zur Mode, und die Einſetzung der Vernunſtgoͤttin wiederholt und nachgeahmt, in allen den Staͤdten, wo die Einwohner ſich bis zur hoͤchſten Hoͤhe der Revolution aufſchwingen wollten. Die Kir⸗ chen wurden in den meiſten Diſtrikten Frankreichs den Prieſtern und Glaͤubigen geſchloſſen,— die Glo⸗ cken zerbrochen und in Kanonen umgegoſſen,— das ganze Kirchenthum vernichtet— und die republika⸗ niſche Ueberſchrift uͤber den Begraͤbnißplaͤtzen, die den Tod fuͤr einen ewigen Schlaf erklaͤrte, kuͤndigte denen, die unter dieſer Herrſchaſt lebten, an, daß ſie auch in der andern Welt nichts Beſſeres zu hof⸗ fen haͤtten.
Eng verbunden mit dieſem, die Religion be⸗ treffenden Geſetze war die Herabwuͤrdigung der Ehe, des heiligſten Bandes zwiſchen menſchlichen Weſen, deſſen Unaufloͤslichkeit zur Befeſtigung der Geſell⸗ ſchaft beitraͤgt, zu einem bloßen buͤrgerlichen Kon⸗ trakt von voruͤbergehender Art, den zwei Perſonen eingehen mochten, und willkuͤhrlich wieder aufloͤſen, wenn ihr Geſchmack geaͤndert, oder ihre Luſt geſaͤt⸗ tigt war. Wenn hoͤlliſche Geiſter es ſich zur Auf⸗ gabe gemacht haͤtten, einen Plan ausfindig zu machen, um auf die wirkſamſte Art alles zu zerſtoͤren, was im haͤuslichen Leben ehrwuͤrdig, ſchoͤn und dauernd


