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befeſtigte Staͤdte und Stellungen mit ſtuͤrmender Hand zu nehmen. Nach dem Siege zeigten ſie nicht ſelten Menſchlichkeit und Erbarmen, doch hing dies von dem Karakter ihrer Fuͤhrer ab. Zu Machecoul, gleich zu Anfange des Buͤrgerkriegs, benahmen ſich die Inſurgenten mit großer Grauſamkeit, und gegen das Ende deſſelben hatte gegenſeitiges Unrecht die Partheien ſo ſehr gegen einander erbittert, daß Par⸗ don auf keiner Seite weder gegeben, noch genommen wurde. So lange ſie aber nicht durch die Grauſam⸗ keit der revolutionaͤren Parthei auf das aͤußerſte ge⸗ bracht waren, oder nicht von einem beſonders grau⸗ ſamen Oberhaupte gefuͤhrt wurden, verbanden die Vendéer Milde mit Muth. Sie gaben den Beſieg⸗ ten gerne Pardon; da ſie aber keine Gefangenen aufbewahren konnten, ſchoren ſie ihnen vor ihrer Freilaſſung gemeiniglich die Koͤpfe, um ſie wieder zu erkennen, falls ſie ſich gegen ihr gegebenes Wort wieder unter den Waffen finden laſſen ſollten. Ein eben ſo auffallender Zug war ihre ſtrenge Kriegszucht, das Eigenthum betreffend, wozu ſie nur durch mo⸗ raliſches Gefuͤhl beſtimmt wurden. Sie lließen ſich durch nichts zur Pluͤnderung verleiten; und Madame la Roche⸗Jacquelin hat uns folgendes Beiſplel ihrer ſchlichten Rechtlichkeit aufbewahrt:— Nachdem die Bauern die Stadt Breſſuire mit Sturm genommen hatten, hoͤrte ſte zwei oder drei von ihnen uͤber
Mangel an Tabak klagen, an den ſie, wie die Ein⸗


