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nem reiſenden Wollhaͤndler, zum Kommando berufen, wie auch La Charette, ein ſchlichter Buͤrgersmann, und andere Plebejer, die ſich darum nicht fuͤr vorneh⸗ mer, oder ihrem erſten Stande entruͤckt gehalten zu haben ſcheinen.*) In ihren Unternehmungen bilde⸗ ten ſie einen allgemeinen Rath von Offizieren, Geiſt⸗ lichen und andern, welche ihre Zuſammenkuͤnfte zu Chatillon hielten, und die militaͤriſchen Bewegungen der verſchiedenen Korps leiteten, ſie nach Gefallen auf beſondern Punkten und zu beſonderen Dienſtzwecken verſammelten, und nach geſchehener Sache wieder in ihre Heimath entließen.
So einfach organiſirt bemaͤchtigten ſich die Ven⸗ déer in ungefaͤhr zwei Monaten mehrerer Staͤdte und eines ausgedehnten Landſtrichs, und obgleich wieder⸗ holt von regulaͤren, gut befehligten Truppen angegrif⸗ fen, waren ſie weit oͤfter Sieger, als Beſiegte, und fuͤgten den Republikanern durch den Gewinn einer einzigen Schlacht mehr Schaden zu, als ſie felbſt in wiederholten Niederlagen erlitten.
*) Madame La Roche⸗Jacquelin erwähnt einer intereſſanten Anekdote von einem jungen Plebejer und ausgezeichneten Of⸗ fizier, welchem die gewohnte Ehrfurcht nicht geſtatten wollte, in ihrer Gegenwart ſich zu ſetzen. Dies kann man nicht Servilität nennen. Es war der edle Stolz einer edlen See⸗ le, die, ihren urſprünglichen Eindrücken getreu, die Vorzüge von ſich weist, die ihr von Andern eingeräumt werden wollen.


