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Doch anfangs waren ihre Waffen hoͤchſt einfach und unvollkommen; Jagdgewehre und Flinten von je⸗ dem Kaliber, die ſie als Jaͤger und Vogelſteller fuͤhr⸗ ten; zum Handgemenge hatten ſie blos Sicheln, Aer⸗ te, Knittel und uͤberhaupt ſolche Waffen, wie ſie die
4 Entruͤſtung dem Bauern in die Haͤnde gibt; ſpaͤter er⸗
hielten ſie durch ihre Siege Waffen im Ueberfluß, und Schießpulver bereiteten ſie ſelbſt in großer Menge.
Ihre Taktik war eigenthuͤmlich, aber ihrem Lande und ihren Gewohnheiten ſo angemeſſen, daß es unmoͤg⸗ lich ſcheint, ein beſſeres und furchtbareres Syſtem aus⸗ findig zu machen. Der Vendéer zog ins Feld mit der allereinfachſten Ausruͤſtung. Seine Munition trug er in der Taſche, ſeine Kriegskleidung beſtand in der kur⸗ zen landuͤblichen Jacke und in Pantalons, die er auch bei ſeiner Arbeit trug. Ein linnener Sack enthielt Brod und einige kleine Geraͤthſchaften, und ſo war ſeine Ausruͤſtung fertig. Sie waren gewoͤhnt, ſehr verſteckt und ſtille ſich durch das Dickicht und die Ge⸗ hage, womit ihr Land durchſchnitten iſt, durchzuwin⸗ den, und dadurch im Stande, die guͤnſtigen Angriffs⸗ oder Vertheidigungspunkte zu waͤhlen. Ihre Armee war, wie keine andere Armee in der Welt, nicht in Kompagnien oder Regimenter abgetheilt, ſondern ſie folgten in Banden und nach Gefallen denjenigen Fuͤh⸗ rern, an die ſie die groͤßte Anhaͤnglichkeit hatten. Statt der Trommeln oder militaͤriſchen Muſtk hatten ſie, wie die alten Schweizer und Schotten, Kuhhoͤrner, um


