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bers Louvet aufbewahrt worden ſind. Endlich gluͤckte es ſechſen von ihrer Parthei, nach Bordeaur, der Hauptſtadt jenes Gironde⸗Departements zu gelangen,
nach welchem ſie ſich nannten, wo diejenigen Giron⸗
diſten, die dort zu Haufe waren, die reinſten Grund⸗ ſaͤtze philoſophiſcher Freiheit hatten finden wollen. Gua⸗ det hatte gegen ſeine Gefaͤhrten im Ungluͤck tauſend⸗ mal betheuert, daß, wenn freiſinnige, ehrenhafte und edle Geſinnungen aus jedem andern Winkel Frank⸗
reichs verjagt waͤren, ſie doch zuverlaͤſſig eine Zuflucht
in der Gironde finden wuͤrden. Nahe zu haͤtten die geaͤchteten Wanderer den Boden der Zuflucht gekuͤßt, als ſie daſelbſt, wie in einem Lande gewiſſen Schutzes, landeten. Aber Bordeaur war in dieſer Zeit nichts mehr, als eine reiche Handelsſtadt; wo die Reichen vor den Armen zitterten, und nicht geſonnen waren, durch die Einmiſchung in das Ungluͤck Anderer ihre eigene drohende Gefahr zu vergroͤßern. Beinahe alle Thuren in der Gironde ſelbſt waren den Girondiſten verſchloſſen, und ſie wanderten als Verbannte im Lan⸗ de umher, erduldeten Hunger und außerſte Muͤhſelig⸗ keit, und brachten einigemal den Tod uͤber ihre Freun⸗ de, welche es wagten, ihnen eine Zuflucht zu gewaͤhren.
Von den ſechs Girondiſten, die in ihrer eigenen Provinz eine Zuflucht geſucht hatten, entkam Louvet al⸗ lein. Guadet, Salles und der ſchwaͤrmeriſche Barbaroux wurden ergriffen und zu Bordeaur hingerichtet, aber erſt, als der lezte zweimal mit Piſtolen ſich ſelbſt zu ermorden
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