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mochten, deren Furcht noch mehr als weibiſch war. Den Girondiſten konnte man nicht begreiflich machen, daß ihre wilden Gegner in Frankreich zwar gefuͤrchtet, aber auch gehaßt wurden. Alle Franzoſen, die noch ſittliches Gefuͤhl hatten, verabſcheuten die Urheber ei⸗ ner langen Reihe mit kaltem Blute vollbrachter Mord⸗ thaten, und alle Menſchen, welche Eigenthum beſaßen, blickten mit Verdacht auf das Benehmen einer Parthei hin, deren Fuͤhrer durch Geldſtrafen, Konfiskationen, Guͤtereinziehungen, ſo wie durch alle Arten von un⸗ mittelbarer und mittelbarer Pluͤnderung von Mangel zu Ueberfluß gelangt waren. Wenn die Mehrzahl des Konvents den Entſchluß ergriffen haͤtte, ihren zuͤgel⸗ loſen Tyrannen einen kuͤhnen Widerſtand entgegenzu⸗ ſetzen, und auf jede Gefahr den Mord des Koͤnigs zu verhindern, ſo wuͤrde wahr ſcheinlich die Kraft des Lan⸗ des eine konſtituirte Behorde gegen die Anmaßungen des Gemeinderaths von Paris unterſtuͤzt haben, wel⸗ cher kein beſſeres Recht hatte, den Konvent und mit ihm Frankreich nach Willkuͤhr zu beherrſchen, als der Gemeinderath der kleinſten Stadt des Konigreichs. Die Girondiſten haͤtten fuͤhlen ſollen, daß ſie durch ih⸗ ren Widerſtand gegen dieſe Lieblingsmaßregeln den Haß nicht erhoͤhen konnten, den die Jakobiner bereits gegen ſie hegten; auch konnten ſie wiſſen, daß ein fer⸗ nerer Aufſchub des offenen Kampfs nicht als eine freundſchaſtliche Eroͤffnung aufgenommen, ſondern als eine furchtſame Unentſchloſſenheit betrachtet werden


