Teil eines Werkes 
29. Band, Leben von Napoleon Buonaparte, Kaiser von Frankreich : mit einer Übersicht der französischen Revolution : 5. Theil (1827) The life of Napoleon Buonaparte, emperor of the French
Entstehung
Einzelbild herunterladen

18

chen Kampf, in welchem viele Tauſende auf beiden Sei⸗ ten fielen, beſiegt und zum Gefangenen gemacht. Das Benehmen Ludwigs war in jeder Hinſicht verſchieden. Nie fuͤhrte er einen Streich in thaͤtigem Widerſtand, auch wenn die Mittel dazu in ſeiner Gewalt waren. Er ſtellte zwar Truppen auf unter dem Marſchall Broglio, aber er gab ihnen Befehl zum Ruͤckzug, ſo⸗ bald es gewiß war, daß ſie entweder dieß thun, oder angriffsweiſe gegen das Volk verfahren mußten. In den gefaͤhrlichſten Lagen ſeines Lebens zeigte er den aͤnßerſten Widerwillen, das Blut ſeiner Unterthanen zu vergießen. Er wollte auf der Flucht nach Varennes ſeinen Begleitern keine Piſtolen geſtatten; er wolcte dem Huſarenoffizier keinen Befehl geben, den Weg zu bahnen, als ſein Wagen auf der Bruͤcke angehalten wurde. Als er ſah, daß der kriegeriſche Aufzug der Garden die Kuͤhnheit der Angreifenden am 40. Au⸗ guſt nicht ſchreckte, uberlieferte er ſich ſelſt der geſetzge⸗ benden Verſammlung als Gefangener auf Gnade und Ungnade, ehe er ſein Roß beſtieg, und ſich an die Spi⸗ tze ſeiner treuen Truppen und Unterthanen ſtellte. Das Blut, das an dieſem Dage floß, wurde nicht auf ſeinen Befehl vergoſſen. Er konnte keinen Grund ha⸗ ben, zu einem ſolchen Kampf zu ermuthigen, der, weit entfernt, ſeine Perſon zu vertheidigen, da er da⸗ mals im Gewahrſam der Verſammlung war, ſie nurn in die drohendſte Gefahr verſetzen konnte. Und in der

leten Zeit, als er geheime Mittheilung erhielt, daß

.