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indem man im Namen der Freiheit, zur Verhinde⸗ rung des Mords und Raubs, unter dem Schutze be⸗ waffneter Moͤrder aus den niederſten Klaſſen, die Verheerung und Verwuͤſtung durch die Departements von Frankreich fortſezte.
Obgleich aber die Triumvirn in dieſem Haupt⸗ zweck uͤbereinſtimmten, waren ſie doch ſehr argwoͤh⸗ niſch auf einander, und eiſerſuͤchtig, welche Rechte ein jeder an der Beute, die ſie im Auge hatten, gel⸗ tend machen moͤchte. Danton verachtete Robespierre wegen ſeiner Feigheit, Robespierre fuͤrchtete Dantons wilde Kuͤhnheit, und bei ihm war Furcht Haß, und Haß, ſo bald die Stunde dazu kam,— Tod. Sie waren in ihren Anſichten gleichfalls in Betreff der Art, wie ſie ihr ſchreckliches Regierungsſyſtem aus⸗ uͤben wollten, verſchieden. Danton hatte oft den Satz Machiavels im Munde, wenn es noͤthig ſey, Blut⸗ zu vergießen, ſo habe ein einziges großes Gemetzel eine ſchrecklichere Wirkung, als eine Reihe von auf einander folgenden Hinrichtungen. Robespierre zog im Gegentheil das leztere vor, als den beſten Weg, das Reich des Schreckens zu ſtuͤtzen. Die Luſt Ma⸗ rats konnte nicht geſaͤtrigt werden, als indem man beide Arten von Mord verband. Beide, Danton und Robespierre, hielten ſich ferne von dem blutduͤrſtigen Marat. Dieſe Stellung der Fuͤhrer der Jakobiner gegen einander ſchien anzudeuten, daß einer von den dreien zulezt ſich von den uͤbrigen trennen, und, im


