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theilken. Perſonen, aus was immer fuͤr einer Urſa⸗ che verdaͤchtigt, oder aus Privathaß denuncirt, als dem neuen Syſtem abhold, wurden von neuem in den Geſägniſſen aufgehaͤuft, welche am 2. und 3. Septem⸗ ber geleert worden waren, und wo das Blut ihrer ungluͤcklichen Vorgaͤnger noch an den Mauern zu ſe⸗ hen war. Die widerſpenſtigen Prieſter waren beſon⸗ ders ein Gegenſtand dieſer Gewaltsmaßregel, und end⸗ lich erſchien ein ſummariſches Derret, ſie ſollten in
Maſſe von Frankreich nach der ungefunden Kolonie
Guiana in Suͤdamerika transportirt werden. Viele dieſer Ungluͤcklichen ereilte noch ſchneller das Schickſal. Aber die erhabenſten Opfer, welche auf dem Al⸗ tar der republikaniſchen Tugend abgeſchlachtet werden ſollten, waren im Tempel; daß die konigliche Familie noch immer lebte, erſchien zweifelsohne den Fuͤhrern als ein taͤglicher Vorwurf ihres Zauderns, dieſe ſelbſt als ein Gegenſtand, worauf, wenn der jetzige Geiſt nachlaſſen ſollte, die Zuneigung des verwilderten Vol⸗ kes mit einer Art von Reaktion zuruͤckkehren konnte. Die Jakobiner waren nur darum zu Ludwigs Tode entſchloſſen, damit die Welt ſehen ſollte, ſie ſcheuten ſich nicht, mit einem blutigen Siegel die Wahrheit der Anklagen zu beweiſen, welche ſie gegen ihn vorge⸗ bracht hatten.. Auf der andern Seite war aller Grund zu der Hoffnung vorhanden, daß die Girondiſten zum Schutze des ungluͤcklichen Fuͤrſten alles aufbieten wuͤrden, was


