Teil eines Werkes 
28. Band, Leben von Napoleon Buonaparte, Kaiser von Frankreich : mit einer Übersicht der französischen Revolution : 4. Theil (1827) The life of Napoleon Buonaparte, emperor of the French
Entstehung
Einzelbild herunterladen

oͤffentlicher Tugend begangen werden koͤnnen, wurde die Sache eruſthafter; die That des jungern Brutus diente manchem zur Beſchoͤnigung, wenn er durch ſeinen Ver⸗ rath das Verderben oder den Tod eines Freundes oder Goͤnners herbeifuͤhrte, deſſen Vaterlands iebe nicht ſo hoch ſtehen mochte, als es fuͤr die Zeit paßte. Un⸗ ter dem Beiſpiel des altern Brutus mußten oft die maͤchtigſten Bande des Bluts der Wildheit des Par⸗ theieifers weichen, eines Eifers, der oft um der ſchandlichſten und eigennuͤtzigſten Zwecke willen ange⸗ nommen wurde. Wie ehemals einige Fanatiker das alte Teſtament ſtudirten, um Beiſpiele von ſchlechten Handlungen heraus zu finden, welche diejenigen be⸗ ſchoͤnigen ſollten, die ſie ſelbſt zu begehen im Begriff waren, ſo laſen die Republikaner Frankreichs, wir meinen die verzweifelten und wuͤthenden Heuchler, die Geſchichte, um durch kla ſi che Beiſpiele ihre oͤf⸗ fentlichen und Privatverbrechen zu rechtfertigen. An⸗ geber, dieſe Geißel eines Staats, wurden bis zu ei⸗ nem im alten Rom zu den Zeiten der Kaiſer kaum gekannten Grad ermuthigt, obgleich Tacitus gegen ſie, als das Gift und die Peſt ſeiner Zeit, ſeine Donner ſchleuderte. Die Pflicht, ſolche Angebereien anzunehmen, wurde ungeſcheut fuͤr unumgaͤnglich noth⸗ wendig angegeben. Da die Sicherheit der Republik die hoͤchſte Aufgabe eines jeden Burgers war, ſo durf⸗ te man nicht zaudern, einen Jeden zu denunciren, wie man ſich ausdruͤckte, mochte man mit ihm auf was