70 8
gen nicht auf der Front allein, ſondern auf jedem Punkte beunruhigt haͤtten. Jeder Tag, den dieſe neuen Truppen ungefochten zubrachten, war ein Schritt weiter zur Kriegszucht, und was mehr iſt, zu krie⸗ geriſchem Selbſtvertrauen. Der General, der ſo ſchwer gedroht hatte, ſchien unſchluͤſſig ſeinen Schlag aufzu⸗ ſchieben, und mit unbedeutenden Dingen beſchaͤftigt blieb er an der Graͤnze;„wenn Friedrich uns gegen⸗ uͤber geſtanden waͤre,“ ſagte der franzoͤſiſche General⸗ „er wuͤrde uns laͤngſt nach Chalons zuruͤckgetrieben haben.“.
Der Erfolg ſo vieler falſcher Schritte begann bald ſich zu zeigen. Braunſchweig, in deſſen Armee es an Belagerungsgeſchuͤtz fehlte, obgleich er uͤber ei⸗ ne mit Feſtungen verſehene Graͤnze in Frankreich ein⸗ drang, wurde durch die hartnaͤckige Vertheidigung von Thionville aufgehalten. Als er ſich endlich zum Vor⸗ ruͤcken entſchloſſen hatte, brachte er auf einem Marſch von 30 Stunden neun Tage zu, unterließ aber, die Engpaͤſſe von Argonne zu beſetzen, durch welche die Armee von Luckner allein mit der von Dumouriez in Uebereinſtimmung operiren konnte. Der General der Alliirten befand ſich jezt in den am hoͤchſten gelege⸗ nen Theil der Provinz Champagne, welcher wegen ſeiner Armuth und Unfruchtbarkeit mit dem Eckelna⸗ men la Champagne Po uilleuse gebrandmarkt iſt, und fand Schwierigkeiten, ſeine Armee dort zu verpflegen. Waͤhrend aber Korn und Futter ſelten waren, gab es


