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merte.„Bedenkt, was Ihr thut“ ſagte Montloſier. „Ihr koͤnnt den Biſchof aus ſeinem Palaſte vertrei⸗ ben, aber eben damit werdet Ihr ihm die Huͤt⸗ ten des Armen oͤffnen. Entreißt Ihr ſeinen Haͤnden das goldene Kreuz, ſo wird er ein hoͤlzernes aufpflanzen, und ein hoͤlzernes Kreuz war es, das die Welt erloͤst hat.“ Aufgefordert einer nach dem Andern den Eid zu leiſten, oder ihn unter den angedrohten Folgen zu verweigern, ließ die Verſammlung dieſe Dulder kaum eine Sylbe ſprechen, auſſer ja oder nein, denn ſie fuͤrchtete den Erfolg ihrer Feſtigkeit. Ihr Laͤrm bei dieſer Gelegenheit glich dem Schlagen der Trom⸗ meln, um die letzten Worte eines Maͤrtyrers klang⸗ los verhallen zu laſſen. Wirklich waren der Geiſtli⸗ chen nur wenige, welche den verfaſſungsmaͤßigen Eid ablegten. Unter ihnen nur drei Biſchoͤfe. Einer davon war ein wichtiger Mann— der Erzbiſchof von Sens, derſelbe Kardinal, deſſen uͤble fuͤnfzehnmonat⸗ liche Verwaltung dieſen maͤchtigen Wechſel herbeige⸗ fuͤhrt hatte. Ein anderer der drei konſtitutionellen Praͤlaten ſollte einſt noch merkwuͤrdiger werden.— Es war der beruͤhmte Talleyrand, der ſich als Staats⸗ mann ſo ſehr auszeichnete. Der Verſuch der Nationalverſammlung, eine volksthuͤmliche Kirche zu gruͤnden, ſchlug alſo gaͤnz⸗ lich fehl. Denn die Geiſtlichen, welche den Eid lei⸗ ſteten, wurden weder mit Achtung noch mit Zunei⸗ gung aufgenommen, und nur von denen mit Anſtand


