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7 Geſetz ſchrieb der Geiſtlichkeit eine buͤrgerliche Verfaſ⸗ ſung vor, die ſie von dem Sitze zu Rom unabhaͤngig er⸗ klaͤrte, und den Behoͤrden der Departements die Wahl der Biſchoͤffe uͤbertrug. Auf dieſe Verfaſſung mußte jeder Prieſter und Praͤlat einen feierlichen Eid ablegen. Ein darauf folgendes Dekret der Ver⸗
ſammlung erklaͤrte einen jeden, der ſich dagegen wi⸗
derſetzen wuͤrde, ſeiner Stelle verluſtig; aber die franzoͤſiſche Geiſtlichkeit zeigte in dieſer Stunde der Pruͤfung, daß ſie zu waͤhlen wiſſe, zwiſchen der Suͤn⸗ de gegen ihr Gewiſſen und dem Erdulden des Un⸗
rechtes von Menſchenhaͤnden. Ihre Abhaͤngigkeit
von dem roͤmiſchen Stuhle war ein Theil ihrer Re⸗ ligion, ein Glaubensartikel, dem ſie nicht entſagen wollten. Die edle Haltung und die Selbſtverlaͤug⸗ nung, welche bei dieſer Gelegenheit Praͤlaten und reichlich gezahlte ausgeſtattete Geiſtliche an den Tag legten, von denen man bisher geglaubt hatte, daß ſie ſich mehr von ihrem Leichtſinne, als von Ruͤck⸗ ſichten auf ihren Beruf leiten ließen, floͤßten fuͤr ei⸗ nige Zeit der Verſammlung Ehrfurcht ein, brachten die Gotteslaͤſterer auf den beſoldeten Tribunen zum Stillſchweigen, und erregte bei Manchem die Be⸗ ſorgniß, daß, wenn die Verſammlung der Kirche ih⸗ rer irdiſchen Guͤter beraube, ſie ihr dadurch nur Mit⸗ tel in die Haͤnde gebe, ihre geiſtige Herrſchaſt zu erweitern, und ein Intereſſe fuͤr ihr Schickſal zu wecken, welches in den Zeiten ihres Gluͤckes ſchlum⸗


