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7 5— 5 digungsdekret ausgeſprochen, welches dech den Gefuͤhlen dieſes Standes nach, nur die Strafe eines niedertraͤch⸗ tigen unverzeihlichen Verbrechens ſeyn konnte. So kann man wohl die Lage der Exadeligen am beſten mit den Worten beſchreiben, mit welchen Bollingbroke ſeine eigene mahlt.
„Ich aß des Auslands bitt'res Brod,—
„So lang Ihr Euch mit meiner Herſchaft mäſtet't,
„Als meine Gärten Ihr zu Boden riſſet
„Und meine Wälder umgehauen..
„Als Ihr mein Wappen von der Thüre riſſet,
„Mein Siegel brach't, und mir kein Zeichen ließet, *„Als Menſchenmeinung nur und mein lebendig Blut
„Der Welt zu zeigen: ich ſei Edelmann.“
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5,
Es war ein ungluͤckſeliger Irrthum, daß die Ver⸗ ſammlung, waͤhrend ſie die moͤglicher Weiſe zu erreichende Gleichheit ſuchte, die alten Inſtitutionen des Ritter⸗ thums niederriß. Philoſophiſch betrachtet haben ſie frei⸗ lich geringen Werth; aber welches ſind denn, den noͤ⸗ khigſten Lebensunterhalt und das Wiſſen ausgenom⸗ men, die Vortheile, welche dem wahren Philoſophen nicht gleichguͤltig ſein muͤſſen? Und wo lebt denn bei allen dem der wahre Philoſoph, der wirklich im Stande iſt, ſich von der gewoͤhnlichen Denkungsart uͤber ſolche Dinge loszureißen? Der Werth, den man auf Geburt oder Nang ſetzt, ſelbſt wenn die Grundlage derſelben nur taͤuſchend waͤre, hat doch immer den Vortheil, daß er dem die Spitze bietet, welchen der Reichthum allein nur gibt; das Vorurtheil hat immerhin etwas Erha⸗


