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26. Band, Leben von Napoleon Buonaparte, Kaiser von Frankreich : mit einer Übersicht der französischen Revolution : 2. Theil (1827) The life of Napoleon Buonaparte, emperor of the French
Entstehung
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121 ßen Stadt wie Paris, die Einfachheit, die ſie unter guͤnſtigeren Umſtaͤnden ehrwuͤrdig macht, mit dem be⸗ ſtaͤndigen Genuſſe der roheſten und gemeinſten Vergnuͤ⸗ gungen vertauſchen. Im Allgemeinen muß man alſo geſtehen, daß in jedem Staate, welcher in Civiliſation weit fortgeſchritten iſt, die Ungleichheit des Ranges eine natuͤrliche und nothwendige Zugabe iſt. Die Phi⸗ loſophie mag diejenigen, welche dieſe Nothwendigkeit bedauern, mit der Verſicherung troͤſten, daß perſoͤnli⸗ ches Gluͤck und Elend unter den Hohen und Niederen

mit ziemlich gleicher Hand vertheilt iſt; ſo gibt uns auch

die Religion die Zuſicherung, daß es einen kuͤnftigen Zuſtand geben wird, in welchem mit veraͤnderter Na⸗ tur und vervollkommneten Geiſteskraͤften der eitle Un⸗ terſchied dieſer Welt nicht laͤnger mehr beſtehen wird. Aber jeder praktiſche Verſuch, die Ungleichheit der Staͤnde in einer civiliſirten Geſellſchaft durch Gewalts⸗ maßregeln zu heilen, kann wohl die hoͤhern Klaſſen er⸗ niedrigen, aber die untern nicht verbeſſern. Die Geſetze koͤnnen wohl den Edelmann ſeiner Titel, den Mann von Erziehung ſeiner Buͤcher, oder um das franzoͤſiſche

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Beiſpiel zu gebrauchen, den Muscadin ſeiner Kleider

berauben; aber das wird keinen Bedienten zum Mann

von Erziehung machen, wird der Unwiſſenheit keine

Bildung, und dem Sans Cullottes keinen Anſtand geben. An Grazie, an Wiſſen, an Bildung wird die Geſellſchaft im Allgemeinen gar vieles verlieren, aber diemand kann moͤglicherweiſe dabei gewinnen. Dennoch