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gangen waͤren, mit kaͤlterem Blute noch einmal zu pruͤfen. Die Geſchichte der Neuerungen belehrt uns, daß die mittelbaren und unvorhergeſehenen Folgen jeder großen Veraͤnderung eines beſtehenden Sy⸗ ſtems zahlreicher und ausgedehnter ſind, als dieje⸗ nigen, welche, ſei es nun von den Vertheidigern oder den Gegnern der Umwandlung, vorhergeſehen und in Rechnung gebracht worden waren. Die Vor⸗ theile einer Konſtitution, bei welcher jede Maßregel des geſetzgebenden Koͤrpers nothwendig zweimal von getrennten Senaten eroͤrtert werden muß, die unter verſchiedenen Eindruͤcken handeln, und zugleich einen heilſamen Aufſchub bewirken, waͤhrend deſſen die Hitze der Gemuͤther ſich legen, und irrige Anſichten verbeſſert werden koͤnnen, bedarf keiner weitern Be⸗ leuchtung.
Man muß jedoch geſtehen, daß jedem Verſuche, den Adeligen, als einer beſondern Kammer, Gewicht zu verſchaffen, die groͤßten Hinderniſſe in dem Wege ſtanden. Der dritte Stand im Allgemeinen betrach⸗ tete Reformen, welche die Gerechtſame der bevor⸗ rechteten Klaſſen vernichteten, als die geeignetſten Mittel zur Wiedergeburt des Koͤnigreichs im Allge⸗ meinen, und wuͤrde mit dem tiefſten Argwohne eine Inſtitution, wie die eines Oberhauſes, betrachtet ha⸗ ben, da ſie diejenigen Theile, welche unter jenen Veraͤnderungen hauptſaͤchlich zu leiden hatten, in den Stand ſetzte, denſelben Schwierigkeiten in den


