ſem Syſteme war der Koͤnig eig entlich kein Indivi⸗
Die erſte und wirkſamſte Urſache der franzoͤſiſchen Revolution lag in der veraͤnderten Geſinnung der Franzoſen gegen ihre Regierung und das Oberhaupt derſelben, den Koͤnig. Die ehrfurchtsvollſte Anhaͤng⸗ lichkeit an ihren Koͤnig war Jahrhunderte lang ein karakteriſtiſcher Zug der franzoͤſiſchen Nation gewe⸗ ſen; die Franzoſen ruͤhmten ſich dieſes Gefuͤhls, das den Englaͤndern laͤcherlich und veraͤchtlich duͤnkte, weil es in ſeiner Uebertreibung allen patriotiſchen Sinn aufzuheben ſchien. Aber ſelbſt in ſeiner hoͤch⸗ ſten Steigerung beruhte dieſes Gefuͤhl auf einem edlen Prinzip und keineswegs auf einer knechtiſchen Geſinnung. Die franzoͤſiſche Nation iſt ehrgeitzig, ſie liebt den Kriegsruhm, und indentifizirt ſich gerne mit ihren Kuiegern. Bis zur Regierungszeit Lud⸗ wigs XV. herab war der franzoͤſiſche Monarch in den Augen ſeiner Unterthanen ein Feldherr und das ganze Volk eine Armee. Eine Armee aber muß unter ſtrenger Zucht ſtehen und ein Feldherr muß unum⸗ ſchraͤnkt gebieten. Allein der Soldat fuͤhlt ſich durch die Disziplin, der er unterworfen iſt, und ohne wel⸗ che es keine Armee giebt und keine Eroberung moͤg⸗ lich iſt, nicht erniedrigt.
Jeder aͤchte Franzmann ließ ſich daher ohne Wi⸗ derrede jene Beſchraͤnkung ſeiner perſoͤnlichen Frei⸗ heit gefallen, welche noͤthig ſchien, um den Koͤnig groß, das Vaterland ſiegreich zu machen. Nach die⸗


