„Ihr Sohn,“ erwiederte der Doctor,„ſchrieb mir durch denſelben Boten; ſelten ermangelt er es zu thun, da er wohl weiß, wie wichtig es iſt, daß ich Alles erfahre, was vorgeht. An der Kuͤſte ſtehen Mittel zur Flucht bereit, und Mr. Kerneguy muß ſich bereit halten, mit Ihrem Sohne im Augenblicke ſeines Erſcheinens abzureiſen.“
„Es iſt ſonderbar,“ ſagte der Ritter,„vierzig Jahre lang habe ich in dieſem Hauſe als Mann und als Juͤngling verlebt, und die einzige Frage war nur wie ich mir die Zeit vertreiben ſollte; denn wenn ich nicht eine Jagdparthie oder eine Fakkenbeitze oder ſonſt etwas dergleichen auserſann, ſo haͤtte ich hier auf meinem Armſeſſel vom Anfange des Jahres bis ium Ende ſo ruhig ſitzen koͤnnen, wie ein Sieben⸗ ſblafer; nun aber werde ich beaͤngſtigt wie ein Haſe, wage es nur mit offenen Angen zu ſchlafen, und fahre zuſammen, wenn der Wind in den Blaͤttern rauſcht?“
„Es iſt ſonderbar,“ ſagte Aleris,„daß der rund⸗ koͤpfige Soldat uns nichts davon geſagt har. Er iſt doch ſonſt mittheilungsvoll genug uͤber die Bewegun⸗ gen ſeiner Parthei; und ich ſah euch heute Morgen im tiefen Geſpraͤche begriffen.“
„Hente Abend wird es noch tiefer werden,“ ſagte der Doctor finſter;„aber er wird nichts mehr ſchwa⸗ tzen.“
„Ich wuͤnſche, daß Sie ihm nicht allzuſehr trauen,“ ſagte Alexis.„Mir koͤmmt es vor, als ob der dunkle Ausdruck und die Haͤrte in dem Antlitze des Mannes Verrath in jedem Zuge zeigte.“
„Seyen Sie ruhig, es iſt dafuͤr geſorgt,“ antwor⸗ tete der Doctor in demſelben bedeutungsvollen Tone wie vorher. Niemand erwiederte, und ein ſchauer⸗ haftes aͤngſtliches Ahnungsgefuͤhl ſchien ploͤtzlich die Geſellſchaft zu beſchleichen, gleich der Vorempfindung derjenigen, welche dem elektriſchen Einfluſſe vorzuͤglich


