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nen ſogar von unſerem eigenen Hauſe ſeyn,“ antwor⸗ tete Ceomwell,„da hat der gute Mann wieder recht. — Ja, von wem durfen wir nun ſagen, daß er ein treuer Bruder ſey, ſelbſt wenn er unter demſelben Herzen gelegen haͤtte mit uns?— Und haͤtten wir guch fuͤr dieſelde Sache gerungen, von demſelden Tiſche gegeſſen, in derſelben Schlacht gekaͤmpft, an demſelben Throne gedient, ſo iſt doch keine Treu' in ihm!— Ach Markham Everard, Markham Everard!“
Bei dieſer Ausrufung hielt er ein; und Everard der gerne auf einmal wiſſen wollte, wie weit er ver⸗ rathen ſey, erwiederte:„Ew. Excellenz ſcheinen etwas auf dem Herzen zu haben das mich betrifft. Darf ich Sie wohl bitten es frei heraus zu ſagen, damit ich weiß, weſſen ich angeklagt werde?“
„Ach Mark, Mark,“ erwiederte der General, „es bedarf keines Anklaͤgers, wenn die laute Stimme des Gewiſſens im Inneren unſeres Herzens ſpricht. Liegt nicht der Schweiß auf Deiner Stirne, Mark Everard?— Nicht die Beunruhigung in Deinem Auge?— Nicht der Zweiſel in Deinen Zuͤgen? Und wer ſah je desgleichen bei dem edlen, kraͤftigen Mark⸗ ham Everard, deſſen Stirn nur dann von Schweiß triefte, wenn der Helm Tage lang ſein Haupt be⸗ ſchwerte,— deſſen Hand nur dann zitterte, wenn ſie Stunden lang das Schwerdt regierte. Ach geh', Freund, Du biſt mit Dir ſelbſt nicht im Reinen! Warſt Du mir nicht, gleich wie ein Bruder, und ſollte ich Dir nicht vergeben„ und waͤre es ſelbſt ſiebenzig mal und ſieben? Der Mann aber der un⸗ terdeſſen das wichtige Geſchaͤft verrichten ſollte, zos gert zu kommen. Benutze ſeine Abweſenheit, Mark; es iſt eine unerwartete Gnabe, welche Gott Dir ge⸗ waͤhrt. Ich ſage nicht, falle mir zu Fuͤßen; aber ſprich mit mir wie ein Freund mit dem andern.“
„Ich ſagte nie etwas zu Ew. Excellenz, das auch
W. Seott's Werke. XIV. 2


