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nur im Geringſten die Sprache verdiente, die Sie gegen mich annehmen,“ ſagte Obriſt Everard ſtolz.
„Nein, nein, Markham,“ antwortete Cromwell;
„ich ſage nicht daß Du es thateſt— aber— aber Du haͤtteſt an die Botſchaft denken ſollen, die ich Dir durch dieſe Perſon(er zeigte auf Wildrake) ſchickte und magſt es mit Deinem Gewiſſen ausmachen wie Du bei einer ſolchen Botſchaft und bei ſolchen Gruͤn⸗ den, meine Freunde in der Abſicht aus Woodſtock ver⸗ jagen konnteſt meinen Zweck zu vereiteln, waͤhrend Du doch den Befehl unter der Bedingung annahmſt, welche dabei feſtgeſetzt wurde.“ Eben wolkte Everard antworten, als zu ſeinem Erſtaunen Wildrake vortrat, und mit, von ſeiner gewoͤhnlichen Weiſe, ſehr verſchiedenen Stimme, ja faſt mit wirklicher Wurde, kuͤhn und ruhig ſagte: „Sie irren ſich, Mr. Cromwell, und wenden ſich an den Unrechten.“
So ploͤtzlich und unerſchrocken war die Rede, daß Cromwell einen Schritt zuruͤcktrat, und ſeine rechte Hand ans Schwerdt legte, als erwarte er, daß einer, ſo ungewoͤhnlich kuͤhnen Sprache auch eine Handlung der Gewaltthaͤtigkeit folgen wuͤrde. Aber im Augen⸗ blick nahm er wieder ſeine gleichguͤltige Stellung an, und erzuͤrnt uͤber ein Laͤcheln das er auf Wild⸗ raken's Antlitz ſchweben ſah, ſagte er mit der Wuͤrde eines Mannes, der gewoͤhnt iſt alles vor ſich zittern zu ſehen:„Das ſagſt Du mir, Burſche! Weißt Du mit wem Du ſprichſt?“—
„Burſche!“ wiederholte Wildrake, deſſen ſorglo⸗ ſer Muth nun vollkommen im Schwunge war,„kei⸗ ner von Eueren Burſchen, Mr. Oliver. Ich habe eine Zeit gekannt, wo Roger Wildrake von Sqauatle⸗ ſramere in Lincoln, ein zierlicher junger Ritter mit einem ſchoͤnen Gute, nicht fuͤr den Barſchen eines bankerouten Bierbrauers von Huntingdon gehalten worden waͤre.“


