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da und blickte auf den Leichnam wie jemand, der den Vorfall halb zu bereuen ſchien.
„Das kömmt alles vom Bierkrug her,“ ſuhr ſie im wahren Tone des weiblichen Troſtes fort,„ich habe es Dir ja immer geſagt— Um Gottes Willen, komm mit inaherhaus und laß uns überlegen was nun zu thun iſt.“
„Bleib nur da, Mädchen,— erſt muß ich ihn aus dem Wege ziehn; denn wir dürfen ihn nicht da vor den Augen der ganzen Welt liegen laſſen,— willſt Du mir nicht helfen, Dirne?“
„Ich kann nicht, Jocoline, ich möchte keine Locke von ihm berühren, und gälte es ganz Woodſtock.“
„Dann muß ich es alſo allein verrichten,“ ſagte Jocoline, der, obgleich Soldat und Waidmann, doch einen großen Widerwillen gegen das nothwendige Ge⸗ ſchäft zeigte. Etwas in dem Geſichte und die abgebroche⸗ nen Wörter des ſterbenden Mannes hatten einen tiefen, erſchrecklichen Eindruck auf Nerven gemacht, die ſonſt nicht ſehr reitzbar waren. Doch kam es damit ſo weit zu Stande, daß er den Leichnam von dem offenen Weg wegſchleppte, und ihn unter Wurzeln und Brombeer⸗ ſträuchen verſteckte, ſo daß man es nur bei genauer Be⸗ ſichtigung bemerkte. Dann wandte er ſich zu Phöben, die unterdeſſen ſprachlos unter dem Baume ſaß, über deſſen Wurzeln ſie fiel.
„Komm' mit hinweg, Mädchen,“ ſagte er,„komm' mit weg ins Jägerhaus und laß uns nachdenken, wie man das verantwortet.— Das Unglück, daß er todt ge⸗ ſchlagen wurde, wird unſere Gefahr bedeutend vergroͤ⸗ hern.— Was wollte er denn von Dir, Dirne, als Du wie wahnſinnig vor ihm wegliefſt?— Aber ich kann mir es denken.— Er war immer wie der Teufel auf Mädchen verſeſſen, und ich glaube, wie Dr. Ro⸗ checliffe ſagt, ſeitdem er ein Heiliger geworden iſt, ſind noch zehn Teufel mehr in ihn gefahren.— Da iſt eben die Stelle, wo ich ihn ſein Schwerdt gegen den alten
W. Scort's Werke. XIII 10


