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verſtehn— ich will bis morgen daruͤber uͤberlegen.“ Dann, in ſteigender Angſt, fuͤgte ſie heftiger hinzu— „Ich laſſe mich nicht ſo niedrig behandeln— laſſen Sie ab oder es gibt ein Ungluck.“ Aber als er ſich heftig gegen ſie draͤngte, ſo daß man ſich in ſeiner Abſicht nichs irren tonnre, und es verſuchte ſich ihrer rechten Hand zu bemeiſtern, da rief ſie aus:„So nimm es denn hin da du es willſt!“— und ſchlu ihn mit dem Kieſel, den ſie auf den Nothfall ergrif⸗ fen hatte, mit aller Staͤrke ins Geſicht.
Der Fanatiter ließ ſie los und ſchwankte faſt be⸗ taͤubt zuruͤck; aber Phoebe ergriff augenblicklich die Flucht, indem ſie im Laufe um Hulfe ſchrie, aber immer noch den ſiegreichen Kieſel feſt in der Hand hielt. Durch den gewaltigen Stoß, den er bekommen hatte, bis zum Wahnſinn erhitzt, verfolgte ſie Tom⸗ kins, mit allen ſchwarzen Leidenſchaften in ſeiner Seele und auf ſeinem Geſichte, vermiſcht mit der Furcht, ſeine Niedertraͤchtigkeit moͤchte entdeckt wer⸗ den. Laut rief er der Phoebe zu, ſtehen zu bleiben, und war ſo viehiſch ihr mit einer ſeiner Piſtolen zu drohen, wenn ſie weiter fliehen wuͤrde. Aber trotz ſeiner Drohungen verzoͤgerte ſie die Eile ihrer Schritte nicht, und er mußte ſie entweder vollziehen oder ſie entfliehen laſſen um ſein Betragen im Jaͤgerhaus zu erzaͤhlen, waͤre ſie nicht ungluͤcklicherweiſe uͤber einen hervorſtehenden Tannenzweig gefallen. Aber als er ſich eben auf ſeine Beute ſtuͤrzen wollte, da kam Huͤlfe in der Perſon des Jocolin Joliffe, mit ſeinem maͤchtigen Knotenſtock auf den Schultern.„Was gibt's da, was ſoll das?“ ſagte er, als er zwiſchen Phoebe und ihren Verfolger trat. Tomkins, ſchon bis zur hoͤchſten Wuth gereitzt, antwortete nur damit, daß er auf den Jocolin die Piſtole losfeuerte, die er in der Hand hielt. Die Kugel ſtreifte das Geſicht des Foͤrſters, der zur Erwiederung ausrief:„A ha! Eichen fuͤr Eiſen!“ und ſeinen coloſſalen Knotenſtoc ſo gewaltig auf den Kopf des Independenten fallen


