117 nie die Urſache ſeyn, die ſie in Kummer verſetzt.
Ich hoffe daher, daß Sie es als keine unwuͤrdige Handlung betrachten, wenn ich den Brief zuruͤckneh⸗ me, welcher Ihnen die Mühe verurſachte, ſich um dieſe Stunde hier einzufinden.—„Blexis“ ſagte er, indem er ſich gegen Sie wandte„Leb wohl— Alexis— fuͤr jetzt und immer!“.
Die arme junge Dame, die nun ihr kuͤhner Geiſt gaͤnzlich verlaſſen hatte, verſuchte es, das Wort,„Lebe wohl“ zu wiederholen, aber es gelang ihr nicht; ſie brachte nur einen unvollkommenen Laut hervor und wuͤrde zu Boden geſunken ſeyn, wenn Doctor Roche⸗ cliffe ſie im Fallen nicht aufgehalten haͤtte. Auch Ro⸗ ger Wildrake, der zwei oder dreimal ſein Auge mit den Ueberreſten eines Taſchentuches abgetrocknet hatte, nahm Theil an dem Kummer der Dame, obgleich er die myſteriſche Urſache nicht einſehen konnte, und eilte dem Geiſtlichen beizuſtehen, eine ſo ſchoͤne Laſt zu tragen.
Unterdeſſen hatte der verkleidete Furſt alles ſtill⸗ ſchweigend und mit einer ungewohnten Bewegung be⸗ obachtet, die ſeine ſchwaͤrzlichen Zuͤge und mehr noch ſeine Bewegung zu verrathen anfingen. Im Anfang blieb er feſt auf ſeiner Stelle ſtehen, die Arme auf dem Buſen gekreuzt, wie jemand der es abwartet, von dem Lauf der Umſtaͤnde geleitet zu werden; dann aber veraͤnderte er ſeine Stellung, ruͤckte mit dem Fuß vor und zuruͤck, oͤffnete und ſchloß die Hand, zeigte alle Spuren ſtreitender und bewegender Gefuͤhle und ſchien auf dem Punkte zu ſtehen, einen Entſchluß ergreifen, aber noch ungewiß zu ſeyn, wie er es an⸗ angen ſollte. 4
Aber als er den Markham Everard ſich mit ei⸗ nem Blick des unausſprechlichſten Schmerzens gegen Alexis wenden und dann ihr den Ruͤcken zukehren ſah, um fort zu gehen, brach er in ſeinen Lieblings⸗ Ausdruck aus:„Alle Welt, das darf nicht geſchehen.“ In drei Schritten holte er den langſam wandelnden


