3 49
ausgelaſſene Edelmann ſind, fuͤr den ich Sie hielt; aber da Sie ſeloſt ſagen, daß Ihre Familie vertraut mit ihm iſt, ſo zweifle ich keinen Augenblick, daß auch Sie die Schule der Ausſchweifung durchgungen ha⸗ ben, in welcher Wilmor und Willters Profeſſoren, und ihr hoffnungsvoller Herr ein ausgelernter St dent iſt. Ihr Betragen zu Woodſtock, wo Sie die Gaf freunoſchaft der Familie damit belohnten, daß Sie daruͤber bruͤteten, der Ehre derſelben eine toͤdtliche Wunde beizubringen, hat bewieſen, daß Sie ein nur zu faͤhiger Schuler dieſer hohen Schule ſind. Ich wollte Sie nur warnen,— es iſt Ihr eigener Fehler, wenn ich die Strafe der Warnung nachfolgen laſſe.“
„Mich warnen, Sir“⸗ ſagte der Furſt erzuͤrnt, „und Strafe! Da trauen Sir meiner Geduld mehr zu, als ſich mit Ihrer Sicherheit vertraͤgt.— Ziehen Sie Sir!“— Indem er das ſagte, legte er ſeine Hand an das Schwerd.
„Meine Religion,“ ſagte Everard,„verbietet mir bei Blutvergießen voreilig zu ſeyn.— Gehen Sie nach Hauſe Sie— ſeyn Sie vernuͤnftig— fol⸗ gen Sie den Befeylen der Ehre ſowohl, wie denen der Vernunft. Achten Sie die Ehre des Hauſes Lee und bedenken Sie, daß Jemand nahe verwandt mit demſelben iſt, der Ihre Handlungen einer ſchwe⸗ ren Rechenſchaft unterwerfen wird.“
„Aha!“ ſagte der pPrinz mit einem bittern Ge⸗ laͤchter,„jetzt ſehe ich die ganze Sache ein— wir haben unſern rundkopfigen Obriſt, unſern, puritani⸗ ſchen Vetter vor uns— der Mann der Bibel und der Moral, uͤber den Aleris ſo herzlich lacht. Wenn Sie, Sir Ihre Religion verhindert, Genugthnung zu geben, ſo ſollte Sie dieſelbe auch abhalten, einen Mann von Ehre zu beleidigen.“
Nun hatte die Leidenſchaft bei Beiden den hoͤchſten Grad erreicht— ſie zogen gegenſertig und fingen anzu
W. Scott'’s Werke. XIII. 4


