Teil eines Werkes 
13. Band, Woodstock oder der Ritter : eine Erzählung aus dem Jahre sechszehn hundert ein und fünfzig : 4. Theil (1826) Woodstock or The Cavalier
Entstehung
Einzelbild herunterladen

37

welche wie ſie ſelbſt eingeſtehen mußte, ziemlich ſtark waren.„Nein,“ ſagte der vermeintliche Louis.„Ich muß einen anderen Grund auffinden; denn ich kann nicht zugeben, daß die Unfreundlichkeit des Bevis nur eine Nationalabneigung ſey. Wir wollen alſo annehmen, daß irgend ein galanter Ritter, der in den Kampf zog, und nie zuruͤckkehrte, ſeine Geſtalt annahm, um den Gegenſtand betrachten zu koͤnnen, den er ſo ungern verließ und daß er nun eiferſuͤchtig darauf iſt, wenn er ſieht, daß ſelbſt der arme Lonis Kerneguy ſich der Dame ſeiner verlorenen Neigung naͤhert.“ Dabei ruͤckte er ſeinen Stuhl naͤher, und Bevis heulte dumpf. „In dieſem Falle blieben Sie am beſten in Ihrer Entfernung,“ ſagte Aleris lachend,„denn der Biß eines Hundes, in den der Geiſt eines eiferſuͤchtigen Liebhabers fuhr, kann nicht ſehr ſicher ſeyn.“ Der Ko⸗ nig fuͤhrte die Unterredung auf dieſelbe Weiſe fort, und Alexis, die gewiß an nichts Ernſtlicheres dachte, als au die oberjjaͤchliche Galanterie eines ſchwaͤrme⸗ riſchen Juͤnglings verleitete den vermeintlichen Louis Kerneguy zu glauben, daß er eine von denen Ero⸗ berungen gemacht habe, welche ſo oft und ſo leicht den Furſten zu Theil wird. Trotz ſeiner ſcharfen Ur⸗ theilskraft ſah er doch nicht ein, daß der königliche Weg zu der Gunſt der Frauen nur den Monarchen offen ſteht, wenn ſie in großem Coſtuͤm reiſen, und daß, wenn ſie incognito einhergehen, ſie ſich auf dem Wege der Liebe denſelben Kruͤmmungen und Schwierigkei⸗ ten unterwerfen muͤſſen, welche die gerade Reiſe der Privatperſonen verhindern. „Außer Bevis gab es noch ein Mitglied der Fami⸗ lie, welches den Louis Kerneguy unfreundlich und ſcharf im Auge hielt. Phoͤbe Maiblume, obgleich ihre Erfahrung ſich nicht uͤber die Gemarkung ihres Dorfes erſtreckte, kannte doch die Welt beſſer, als ihre Gebieterin und war überdieß fuͤnf Jahre aͤlter. Da ſie die Welt beſſer kannte, ſo war ſie auch miß⸗