trauiſcher. Sie glaubte, der thoͤricht ausſehende ſchottiſche Bube beſuche ihre junge Gebieterinn oͤfter, als es ſich zieme und daß Aleris ihn mehr dazu aufmuntere als Parthenia es gegen einen ſolchen Zierbengel in der Abwefenheit des Argalus gethan haben wuͤrde— denn das Werk, welches von den Liebesabenteuern dieſer beruͤhmten Arkadier handelt, war damals das Lieb⸗ lingsſtudium aller Frauen und Maͤdchen im ganzen fröhlichen England. Da ſie nun einmal dieſen Ver⸗ dacht hegte, ſo war Phöobe bei dieſer Gelegenbeit im Zweifel, wie ſie ſich betragen ſollte, und doch hatte ſie ſich es feſt vorgenommen, es nicht ruhig zuzuſehen, daß die treue Liebe gegen Oberſt Everard verdraͤngt wuͤrde, ohne Mittel dagegen zu ergreifen. Sie ſelbſt war dem Markham ganz beſonders gewogen, der ihrem Aus⸗ drucke nach ein ſo ſchoͤner und anſtaͤndiger junger Mann war, wie nur einer in Orfordſhier, und mit dem ſich dieſer junge ſchottiſche Fant ſo wenig vergleichen ließe, wie Kreide zu Kaͤſe. Und doch gab ſie zu, daß Mr. Girniky eine wunderbar gelaͤufige Zunge habe, und daß ſolche Bewerbungen nicht zu verachten ſeyen. Was konnte ſie thun?— Thatſachen waren ihr nicht bekannt, ſie hegte nur einen allgemeinen Verdacht; und war zu aͤngſtlich mit ihrer Gebieterin zu ſprechen, die, ſo groß auch ihre Guͤte war, doch nie zur Vertraulichkeit ermunterte.
Sie erforſchte Jocolin; aber er nahm, ſie wuß nicht warum, ſo tiefen Antheil an den unſeligen Bur⸗ ſchen, und hielt ihn ſo in Ehren, daß ſie keinen Ein druck auf ihn machte. Mit dem alten Ritter zu ſpre⸗ chen wuͤrde einen allgemeinen Sturm erregt haben. Der wuͤrdige Kaplan, der in allen ſtreitigen Dingen Großreferendär in Woodſtock war, wäre die natuͤr⸗ lichſte Zuflucht des Maͤdchens geweſen; denn er war friedlich und ſtrenge, rechtlich ſeinem Stande und ſei⸗ nem Betragen nach. Aber zufaͤllig hatte er Phoͤbe, ohne es zu wollen, einmal dadurch beleidigt, daß er ihr


