Georg Volker. 315
Und wie der Bauer, ſo der Herr; freilich Jeder in ſeiner Art.„Recht muß Recht bleiben!“ ſpricht der Graf, gräbt ſeine Schätze, ſeine Urkunden aus den Kellergewölben der zertrümmerten Burg heraus, und führt ein neues Schloß auf, ſtattlicher und pracht⸗ voller als das alte, vielleicht noch froh darüber, daß das dumme Volk ihm den altmodiſch und unbequem gewordenen Bau der Väter aus dem Weg geräumt hat.
Das Einzige, was dem ariſtokratiſchen Bewußt⸗ ſein ſchwer zu überwinden fällt, iſt die unleugbare Thatſache, daß das Volk, wenn auch nur fuͤr kurze Zeit, Herr auf dem Platze war und die Embleme ſeiner Souverainetät: Heugabel, Senſe und Prügel an die Stelle des altadligen Wappens ſetzte. Die Tradition von dem unumſchränkt gebietenden Willen des Herrn hat dadurch einen bedeutenden Stoß er⸗ litten, und wäre der Nimbus, der um erlauchte Ge⸗ ſchlechter ſtrahlt, überhaupt zu verdunkeln, ſo müßte zum Beiſpiel der Sprung des Grafen aus dem Fen⸗ ſter eben nicht ſehr herviſch genannt werden. Eine weitere widerſpruchloſe Thatſache iſt der Umſtand, daß das Volk durch die Revolution, bei der es ſeinen angeſtammten Herrn aus dem Fenſter ſpringen ließ,
einen bedeutenden moraliſchen Sieg über die fürſt⸗


