34⁰ Georg Volker.
Eben hatte Georg die Briefe geſiegelt und adreſſirt, als draußen im Hofe ein ſonderbarer Lärm entſtand, der ſeine Aufmerkſamkeit auf ſich zog; die Stiere in den Ställen brüllten ängſtlich und ſchüttelten klirrend ihre Ketten, das Federvieh flatterte ſchreiend umher wie bei der Nähe eines Raubvogels und zugleich ließ ſich von der Straße her ein dröhnendes Geräuſch vernehmen, untermiſcht mit Waffengeklirr und Pferde⸗ getrappel, das immer näher und näher kam. Schon liefen die Knechte und Tagelöhner vom Mittagstiſch weg, um zu ſehen, was es draußen gebe; Georg war an's Fenſter getreten, und das Erſte was er er⸗ blickte, war ein Detachement Reiter, welches in ſchar⸗ fem Trabe ſeinem Hofe zuritt; jetzt hatten die Dra⸗ goner die Brücke erreicht, einige ſchwenkten rechts, andere links um den Graben herum, der Haupttroß jedoch faßte, die Karabiner mit geſpanntem Hahn vor ſich hinhaltend, am Haupteingang Poſto, während der Offizier mit einigen Mann über die Brücke in den Hof ſprengte. Nachdem er ſich aus dem Sattel ge⸗ ſchwungen, ging er auf die Knechte zu, die ſich ängſt⸗ lich gegen die Wände drückten, und fragte dieſelben nach dem Beſitzer des Hofes und ſeinem derzeitigen Aufenthalt. Keiner der Leute gab ihm eine Antwort, obwohl Alle wußten, daß Volker oben in ſeiner


