Georg Volker. 309
und Landesverraths angekagt, zu verhaften und als Kriegsgefangenen hierher zu führen. Volker ſollte mit möglichſter Schonung behandelt und in ſeinem eigenen Wagen nach Nellenburg transportirt werden. Ein Civilbeamter wurde außerdem mit der Beſchlag⸗ nahme der Papiere und der gerichtlichen Verſiegelung ſämmtlicher Localitäten des Hofes beauftragt.
— Es war Mittagszeit; die Glocke, welche um dieſe Stunde das Hofgeſinde zu Tiſche rief, hatte eben geläutet und Volker war mit dem letzten Briefe fertig geworden, deren er im Ganzen drei geſchrieben, einen an den Geheimerath, einen an Germanos und einen an Waldemar; letzterer war am längſten aus⸗ gefallen und enthielt ſo ziemlich Alles, was Volker zu ſeiner und ſeiner Freunde Rechtfertigung in Be⸗ treff des revolutionairen Unternehmens ſagen konnte, Der Brief war mit ebenſo viel Klarheit als Begei⸗ ſterung abgefaßt, und kein Wort darin verrieth, daß ſeinem Schreiber das Damoklesſchwert über dem Haupte hing.„Flucht,“ ſo ſchloß der merkwürdige Brief,„hätte mich retten können und könnte es viel⸗ leicht noch; aber das Gefühl einer höheren Errettung
heißt mich bleiben; denn die Freiheit, für die ich
ſtritt, haftet nicht an der Sohle, und nur der gewinnt ſie, der bei ihr ausharrt bis zum Aeußerſten.“—


