Georg Volker. 307
Er hielt erſchüttert inne und nur ſchwer gelang es ihm, der heftigen Bewegung ſeines Innern Mei⸗ ſter zu werden. Mit verſchränkten Armen durchſchritt er dann eine Zeitlang den öden Schloßhof und über⸗ legte, wie er Volker helfen könne, ohne ſeiner Pflicht als Soldat untreu zu werden; plötzlich durchzuckte ein rettender Gedanke ſeine Seele, und ihn denken und billigen war Eins:
„Nein! Ich darf ihn nicht untergehen laſſen!“ rief er entſchloſſen.„Hier bleibt keine Wahl für mich! Was mein Haus an ihm verſchuldet hat, ich muß es entweder gut machen, oder ich verdiene nicht, vor Gott und meiner Ehre dieſes Hauſes Namen und Wappen zu führen. Noch giebt's einen Weg und er iſt mir zum Voraus ſicher; der Fürſt wird mich hören, ich werde ihm Alles entdecken und den Schul⸗ digen ſeiner Gnade empfehlen. Mehr bedarf es nicht, um Volker zu retten! Ihn aber, der den Sohn ſeines edlen Vaters in's Verderben ſtürzen wollte, ihn darf ich, kann ich nicht ſchonen, ihn werd' ich dem Fürſten ſchildern bis auf's Haar, als den Menſchen, der er iſt, als den eigentlichen Urhe⸗
ber dieſes Bauernaufſtandes; und wenn man ihn
deshalb auch nicht zur Verantwortung ziehen kann, ſo weiß ich doch eine Strafe für ihn, die ihn härter 20*


