Teil eines Werkes 
3. Band (1851)
Entstehung
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306 Georg Volker.

behalten ſoll, welcher ſagte, daß die Annalen der Ariſtokratie die beſte Märtyrergeſchichte des Volkes ſeien! Da liegt es nun in Trümmern, Dein ſtolzes Schloß, o Alfred; noch raucht es von dem Fluch Deiner Unterthanen, die Dein herzloſer Eigennutz bis zur raſenden Wuth gegen Dich empörte; Du ſelbſt irrſt vielleicht in dieſem Augenblick zitternd und zagend in den Wäldern des Gebirges umher, und jede Menſchengeſtalt, die Dir von ferne entgegentritt, zeigt Dir den Unglücklichen, den Du durch Deine Bosheit ſo weit gebracht, daß er vielleicht noch heute das Verdammungsurtheil erhält und morgen die tödtliche Kugel zur Sühne der beleidigten Gerech⸗ tigkeit, die Du doch niemals kannteſt!! O Gott! Gott! Nimm dieſes herrliche Wort aus dem Mund Deiner entarteten Menſchheit, lehr' es den Raben krächzen, lehr' es die Hyäne heulen, wenn ſie Nachts dem Leichenduft folgt und Gräber aufwühlt; aber nicht den Menſchen laß mit dem himmliſchen Wort Gerechtigkeit ſich brüſten, denn ſeine reinſten Geſetze ſchreibt er mit dem Blut des Gerechten, und die Göttin mit der ehernen Stirn und den blinden Au⸗ gen vollzieht ſie dann mit unerbittlicher Strenge, un⸗ bekümmert darum, wer die Saat der Schuld u Sünde ſäete! 6