Teil eines Werkes 
3. Band (1851)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

30⁴ Georg Volker.

halbverkohlten Linden am Portale boten einen ſchauer⸗ lichen Anblick, doppelt ſchauerlich für Den, der in dieſen einſt ſo ſtolzen Hallen heimiſch geweſen war und darin Gaſtrecht genoſſen hatte. Waldemar ſchritt an den Schildwachen vorüber, welche rings um das Schloß aufgeſtellt waren, in den innern Hof und ſtaunte betroffen über die furchtbare Verwüſtung; unwillkürlich ſuchte ſein Auge die Fenſter von Euge⸗ niens Gemächern; noch ſtieg aus ihnen ein grauer träger Rauch hervor und am Eiſen des Blitzableiters hing ein halb verbrannter Kaſchemir⸗Shawl, der noch jüngſt Eugeniens Schultern in weichen Falten um⸗ ſchmiegt hatte. Von allen Zeichen der Zerſtörung, welche der Major ringsum erblickte, war es dieſer an ſich unbedeutende Gegenſtand, der ſein Gefühl am tiefſten berührte, indem er ſeine Betrachtungen über das grauſe Bild der Umgebung hinweg zu dem Gedanken lenkte, was aus Eugenien geworden wäre, wenn die Kataſtrophe ſie im Schloſſe gefunden! Schaudernd ſchüttelte der Graf die furchtbare Vor⸗ ſtellung von ſich ab: Gottlob! Sie iſt ja gerettet, und du darfſt noch hoffen, ſagte ihm ſein Herz, als ſich plötzlich wie ein dunkler Schatten jener Abend, an dem er mit ihr im Garten verweilte und aus ihrem Munde die erſte Aufklärung über Geotgs