Georg Volker. 297
muthvoll, beobachteten mit klopfendem Herzen Alles aufs Genaueſte, und ſo oft ſich vom Dorfe her etwas Neues ſehen oder hören ließ, machten ſie einander darauf aufmerkſam, indem ſie bald das Zirpen der Grille, bald den Ton des Laubfroſches, bald den Schrei eines Waldvogels nachahmten.
Endlich, es ſchlug gerade vom Dorfthurm ſechs Uhr, nahte ſich unter dumpfem Trommelſchall eine Militaircolonne, die ſich der Friedhofsmauer gegenüber in einem Halbkreis aufſtellte. Gleich nachher folgte ein Bauernwagen, rings von Dragonern umgeben, auf dem ein einzelner Menſch ſaß, der das Haupt entblößt hatte, ſonſt aber die Uniform der andern Soldaten trug. Der Wagen nahte, von zwei Pfer⸗ den gezogen, die ein nebenherſchreitender Bauer am Zügel führte, in langſamem Schritte dem Richtplatz und lenkte über den grünen Anger in den von dem Militair gebildeten Halbkreis, worauf der bleiche Mann, als das Gefährte anhielt, ſich von ſeinem Strohſitze erhob und aufrecht im Wagen ſtehend, die Hände betend nach den drei Birken empor hob, die ſich im Morgenwind ihm wie grüßend zuneigten. Es war der Verurtheilte. Dann ſtieg er langſam vom Wagen herab, zwei Soldaten führten ihn unter den Armen nach dem weißen Sandhaufen, wo ihm


